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The Sorrow

Storie von: Dominik Szelinski, am 31.10.2009 ]

Etwas mehr als ein halbes Jahr nach Veröffentlichung ihres zweiten Albums “Origin Of The Storm”, touren die aus Voralberg in Österreich stammenden THE SORROW durch Deutschland, ihre österreichische Heimat und die Schweiz. Mit ihm Package der “Anchorless Tour 2009” sind die Hellfest Records -Neulinge von The Mercury Arc und die aus München stammenden Silent Decay.

 
Nachdem ihre letzte Headliner-Tour zum Debüt “Blessings From A Blackened Sky” den Metalcore-Vierer noch ins Kölner Underground zog, stand nun eine ungleich größere Halle auf dem Fahrplan. Die für Kölner Verhältnisse schlecht angebundene, aber in den letzten Monaten sehr gut gebuchte Essigfabrik bietet mindestens dem Dreifachen an Zuschauern Platz. An einem Dienstag Abend war die Frage berechtigt, ob eine ähnlich intensive Atmosphäre aufkommen könnte, wie beim letzten Besuch der in der Presse stets gelobten Truppe um Sänger und Gitarrist Matze.

Den Anfang machen an diesem Abend die Münchener Silent Decay, die erst im Juni ihr Album “Kings Of The Dead End Road” veröffentlichten und wieder einmal durchweg positive Resonanz auf ihr Schaffen einfahren konnten. Die knapp 150 Leute, die bis zu diesem Zeitpunkt ihren Weg in die Essigfabrik gefunden hatten, scheinen sich ein wenig in der doch geräumigen Halle zu verlaufen und so steht harte Arbeit zu oberst auf der Setlist des Fünfers. Fast schon ironisch feiert die Band ihren Aufmarsch auf die große Bühne. Zur Überraschung vieler kommt nicht Sänger Sitti auf die Bühne, sondern der Fronter der Paderborner Metaller Bloodwork. David springt kurzer Hand für den wenige Tage zuvor erkrankten Sitti ein, um die gemeinsame Tour mit THE SORROW möglich zu machen. Allen Spickzetteln und Textunsicherheiten zum Trotz ballern Silent Decay ungebremst los und präsentieren dem Publikum ihren groovigen wie melodischen Metalcore. Das Dargebotene findet schnell großen Anklang und so ermutigt Aushilfs-Shouter David die vor der Bühne versammelten sowohl zur Mini-Wall Of Death als auch zum Mini-Circle Pit. Ungeachtet der nicht annähernd gefüllten Halle versprühen Silent Decay jede Menge Energie und Leidenschaft und schaffen es Song um Song, diese auf das Publikum zu übertragen. Am Ende können sie sich mit einem sehr guten Auftritt verabschieden und haben ihre Rolle als Anheizer mehr als erfüllt.

Nach einer angemessenen Umbauzeit stellen sich The Mercury Arc auf. Flankiert von gleich zwei Tastendrückern, sticht vor allem Sänger Dennis ob seiner beeindruckenden Physis hervor. Die Truppe um Metal-Celebrity Benni Richter (Caliban-Produzent, Marc Terenzi -Keyboarder und spätestens seit “Sarah & Marc - Crazy in Love” auch Pro7 -Zuschauern bekannt) macht von der ersten Sekunde an deutlich, dass professionelle Darstellung oberstes Gebot ist. Nach den Querelen um die Namensrechte der ehemals unter dem Banner Butterfly Coma agierenden Truppe und dem in aller Öffentlichkeit vollzogenen Split mit ihrem damaligen Gitarristen Sky Hoff, präsentiert der Sechser nun


das Material des für November geplanten Debüts “Paint The Sun Black”. Mit einem eher mäßig drückenden Sound und kaum hörbarer Gitarrenarbeit zeigen The Mercury Arc, dass sie das kleine 1x1 des Metalcore gelesen haben und spielen sich durch eine Art Steckkasten für Nummern dieses Genres. Jeder Wechsel ist vorhersehbar, jeder Refrain nachvollziehbar und jeder Break schon lange angekündigt. Diese abwechslungsarme Standardkost wird nur durch knappe und unsympathische Aufforderungen des bullig-massiven Fronters unterbrochen, der am heutigen Abend mit Sicherheit nicht “Everybody’s Darling” wird. Dennoch bleibt die Performance der Band gestochen scharf und sauber, makellos und professionell. Die Halle füllt sich langsam ein wenig mehr, eine vergleichbare Begeisterung wie für Silent Decay mag sich aber nicht einstellen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde Spielzeit ist dann auch Schicht im Schacht und der Umbau für den Headliner des Abend kann endlichg beginnen.

Scheinbar sehnlichst erwartet betreten dann THE SORROW die Bühne und die Halle ist merklich voller geworden. Vor einem zahlreichen wie hunrigen Publikum gelingt es dem Drakkar-Act im Handumdrehen, die Bühne wie auch die Crowd für sich einzunehmen. Das Set eröffnet ‘Where Is The Sun?’, gleichzeitig auch der Opener des aktuellen Albums und die Begeisterung kehrt wieder in die Halle zurück. Allzu oft müssen sich THE SORROW den Vergleich zu Bands wie Killswitch Engage gefallen lassen. Beobachtet man diese Band am heutigen Abend und spührt die Energie von Songs wie ‘Far Beyond The Days Of Grace’ und dem darauf folgenden ‘The Dagger Of Thrust’, wird schnell klar, dass sie diesen keinesfalls scheuen müssen. Die Österreichen agieren mit einem unglaublichen Maß an Souveränität und Selbstvertrauen, dass das Zusammenspiel des Quartetts eine Genuss-Garantie darstellt. Der bombastische Sound und die Schlagkraft der Truppe schaukelt die Stimmung mit jeder neuen Nummer auf und als nach zehn Songs Schluß sein soll, denkt im Publikum noch niemand daran, THE SORROW in den Feierabend zu entlassen. Dass nach einem solch feurigen Set noch der Übersong ‘Knights Of Doom’ und der hymnenhafte ‘Death From A Lovers Hand’ als Zugabe übrig sind, beweist einmal mehr die Qualität der Band.

Die Setlist von THE SORROW:
Where Is The Sun
Far Beyond The Days Of Grace
Elegy
The Dagger Of Thrust
Scars
Saviour Welcome Home
Her Ghost Never Fades
Anchor In The Storm
My Immortal Guardian
Numbers Of Failure
Day Of The Lord

Zugaben:
Knights Of Doom
Death From A Lovers Hand

 
 Links:
  myspace.com/thesorrowmetal
  myspace.com/themercuryarc
 
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