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Long Distance Calling

Storie von: arne, am 05.04.2009 ]

Der Titel des zweiten Albums von LONG DISTANCE CALLING ist als Fingerzeig zu verstehen. Wo sich die Band aus dem Großraum Münster auf ihrem Debüt „Satellite Bay” noch primär in den Weiten positiv gestimmter Instrumental-Sounds bewegte und auf die Ausarbeitung der fragilen Momente des eigenen Schaffens abstellte, ist „Avoid The Light“ eher von den eruptiven, brachialen Momenten dominiert. Das Zweitwerk repräsentiert damit so etwas wie die dunkle Seite des Quintetts, ohne dass es die Ausrichtung zu stark verändern würde.

 
Die Einstellung zum eigenen Banddasein ist Ambience-Mann Reimut zufolge nach wie vor dieselbe: „Man weiß nie, was passiert, wenn man etwas macht. Im Fall der neuen Veröffentlichung heißt das, dass wir nach „Satellite Bay“ näher zusammengerückt sind. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht, haben viel gelacht, viel geredet, viele Erfahrungen gesammelt, haben uns richtig kennengelernt und es hat auch zwischendurch mal gerappelt. Meine Einstellung zu LONG DISTANCE CALLING hat sich aber nicht verändert: Eins nach dem anderen und „don't loose touch, don't loose sight.“ Angesichts toller Reviews auf die bisherigen Veröffentlichungen und Shows hin wäre etwas mehr Selbstbewusstsein angeraten, doch der Soundtüftler gibt sich bescheiden:

„Die Shows waren richtig geil. Gerade die Dates mit Dredg waren im Nachhinein echt wichtig für uns. Klar hat uns gefreut, überschwängliche Konzertberichte zu lesen. Ob wir Dredg an die Wand gespielt haben oder nicht, weiß ich allerdings nicht. Darum ging es auch nicht. Es geht für mich darum, auf die Bühne zu gehen und Spass zu haben. Egal, wann und wo. Dass das Publikum uns so gut aufgenommen hat, wie bei den Dredg-Shows, ist natürlich ein echt gutes Gefühl.“ Hinsichtlich der Eigenrezeption hat Reimut klare Positionen, insbesondere was die „Wertigkeit“ instrumentalen Post-Rocks anbelangt: „Alles ist Pop. Alles ist Indie. Da gibt es meiner Meinung nach keine Unterschiede mehr.“ Und doch scheint rein instrumentale Musik nach wie vor unterschätzt zu werden: „Ob die Musik nicht ernst genommen wird, weiß ich nicht. Ich denke, sie wird von den Leuten der Majors als schwer zu vermarkten angesehen und daher ausgeklammert. Das


hat sicherlich mit den längeren Songs zu tun, die nicht nach 30 Sekunden die Refrain-Keule schwingen. Das wird durch die fehlenden Texte, die für viele Leute den Großteil der Musik ausmachen, verstärkt. Doch nicht die Majors bestimmen, was geht, sondern die Leute. Guck dir die Playlists bei Last.fm oder Myspace oder sonst wo an. Selten wurde soviel unterschiedliche Musik gehört wie heute. Dieses 3-Minuten-Ding ist meiner Ansicht nach vorbei. Oft kommen Leute nach einem Konzert zu uns, die uns vorher nicht kannten und total aus dem Häuschen sind, wie geil instrumentale Musik ist. Das ist ein Statement von Musikfans, dass so eine Musik funktioniert.“

LONG DISTANCE CALLING sind der lebendige Beweis dafür: „Uns gibt es seit genau drei Jahren. Was seither passiert ist, ist unglaublich. Wir haben das Demo zweimal ausverkauft, haben unser Debüt, eine Split mit Leech und jetzt „Avoid The Light“ veröffentlicht. Dazu Roadburn, Rock am Ring, Visions-Parties, Dredg, Leech, ...Trail Of Dead, Envy, Tiger Lou, etc. Wir haben sicherlich das Glück, eine der Bands zu sein, bei denen so etwas passiert. Als Instrumental-Band Fuß zu fassen, wird mit der wachsenden Popularität des Genres sicherlich schwieriger. Doch noch immer gibt es in dem Bereich lange nicht so viele Bands wie in anderen Spielarten.“ Mit ihrem Zweitwerk bringen LONG DISTANCE CALLING ein Zweitwerk auf den Markt, das von seiner Wirkung her bewusst einen Gegensatz zur Jahreszeit setzt, in der es erscheint. Auch so kann man sich differenzieren: „Alles wird hell, beginnt zu pulsieren und wir sagen dazu: „Avoid The Light“. Es gibt immer zwei Seiten: Da wo es dunkel ist, ist auch Licht und andersrum.“

 
 Links:
  myspace.com/longdistancecalling
 
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