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Lamb Of God

Storie von: Arne, am 10.02.2009 ]

„Ich weiß schon gar nicht mehr, mit wie vielen Journalisten ich in den letzten Tagen und Wochen gesprochen habe. Es müssen Hunderte gewesen sein, denn wir sind seit Anfang Januar unterwegs und tun nichts anderes.“, äußert sich Chris Adler gleich zu Beginn des Telefonats. Der LAMB OF GOD-Drummer befindet sich anlässlich des neuen Albums „Wrath“ gemeinsam mit Shouter Randy Blythe auf einer Promo-Rundreise, die das Duo aus Virginia um die halbe Welt führt.

 
Die Musiker nehmen es professionell und sportlich: „Für den Moment ist es anstrengend, doch wir freuen uns darüber, dass so viele Leute an uns interessiert sind und etwas über uns machen wollen. Dazu kommt, dass wir auf unseren Touren meistens zu wenig Zeit für Interviews haben, also nur zu. Für Europa ist es ja das erste Mal und wir fühlen, dass es jetzt gerade der richtige Zeitpunkt ist, uns auch hier einen Namen zu machen.“ Nachdem LAMB OF GOD den internationalen Kontrakt mit Epic/Sony canceln konnten, versuchen die Musiker nun via Roadrunner, „verlorene Jahre“ nachzuholen:

„Auf internationaler Ebene hat sich Epic/Sony für uns als Disaster erwiesen, während sie in Nordamerika einen tollen Job hingelegt haben. Auf Tour haben wir in einigen Ländern erfahren müssen, dass unsere Alben nicht einmal veröffentlicht worden sind, oder wenn es denn doch passiert ist, dass es überhaupt keine Promo gegeben hat. Das ist natürlich bitter und so haben wir alles daran gesetzt, aus dem Vertrag heraus zu kommen. Sowohl mit Mitarbeitern von Roadrunner als auch mit vielen ihrer Bands sind wir seit Langem befreundet. Der Schritt, zu ihnen zu gehen, lag also nahe. Wir standen bereits in der Vergangenheit kurz davor, ganz zu ihnen zu signen, bevor wir dann auf Epic landeten. Für die Staaten war es die richtige Entscheidung, denn dort sind wir heute eine Monster Band. In Kooperation mit Roadrunner versuchen wir nun, auch in den anderen Teilen der Welt nachzuziehen.“

Im Roaster des Labels besitzen LAMB OF GOD zwar keinen Exoten-Status mehr, doch neben Shadows Fall, Killswitch Engage, Machine Head und Trivium sind die Metaller denkbar gut aufgehoben. Zumal das neue Album „Wrath“ in die brutale Offensive geht und gehörig austeilt:

„Mit „Sacrament“ haben wir noch versucht, herauszufinden, ob LAMB OF GOD mehr als nur eine Metal-Band sein kann. Wir haben viel herumexperimentiert und viele abgefahrene Ideen umgesetzt. Darin wurden wir von einem Produzenten unterst


ützt, der uns weniger hart und aggressiv klingen ließ. Daraus haben wir gelernt und mit „Wrath“ den entgegen gesetzten Weg eingeschlagen. Es ging uns darum, ein geradliniges und brutales Metal-Album zu schreiben, das nicht kommerziell orientiert ist und der Band ihre Integrität zurück gibt. LAMB OF GOD sind weder zahmer geworden noch in die Jahre gekommen. Das sollte die Platte widerspiegeln. Deshalb klingt „Wrath“ so wütend.“ Chris Adler und Co. setzen einen bewussten Kontrapunkt zu in ihren Augen falschen Tendenzen im modernen Metal:

„Viele der Bands, die uns umgeben, stellen immer weniger auf Härte ab und werden weicher, um kommerziell erfolgreich zu sein. Das ist nicht unser Ding und wir haben ganz bewusst die gegensätzliche Richtung eingeschlagen. Nicht auf der technischen Seite, denn da sind einige der früheren Longplayer technischer gewesen. Was indes das Drucklevel und die Geradlinigkeit anbelangt, haben wir mit „Wrath“ ein Album geschaffen, dass härter und bissiger als seine Vorgänger ist. Wir prügeln quasi von Beginn bis Ende durch und kennen keine Gnade. Der Sound fällt damit automatisch roh und aggressiv aus. Eben so wollten wir es haben.“

Auf Nachfrage bekräftigt der Drummer, dass LAMB OF GOD ihre „Kehrtwende“ bewusst eingeläutet haben: „Sacrament“ ist unter kommerziellen Gesichtspunkten unsere erfolgreichste Veröffentlichung gewesen, auf die wir damals sehr stolz gewesen sind. Auf Tour hatten wir mit dem eingängigen Material viel Spaß und den Leuten hat es gefallen. In der Band kamen wir jedoch zu der Überzeugung, das unser nächstes Album wieder härter und metallischer ausfallen muss. Rückblickend fehlte uns auf „Sacrament“ der letzte Biss, den „Wrath“ zweifellos mitbringt. Wir sind zurück zu unseren Wurzeln gegangen und haben auf Studio-Magie verzichtet, um die Stücke real zu halten. Es gibt keine Keyboards und keine anderen Elemente, die die Brutalität relativieren. Zu hören sind allein wir – angepisst, wütend und heavy.“

 
 Links:
  lamb-of-god.com
 
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