Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1762

Total Fucking Destruction

Storie von: arne, am 04.02.2009 ]

Die aus Philadelphia stammenden TOTAL FUCKING DESTRUCTION sind schon eine ganz besondere Grindcore-Kombo. Das Outfit um Brutal Truth-Drummer Richard Hoak startet auf jeder Veröffentlichung sofort mit einem rigorosen Frontalangriff. Das setzt sich auch auf der neuen Platte „Peace, Love And TFD“ auf Bones Brigade fort.

 
Die zügellose Blastbeat-Orientierung paart sich neuerlich mit einem ausgeprägten Unterhaltungswert, der sich in strangen Pop-Einsprengseln oder „zweckentfremdeten Hooklines“ manifestiert. Um auf der sicheren Seite zu sein und möglichst gut auf das wilde Treiben des Trios vorbereitet zu sein, sollte man als Hörer stets mit dem Unerwarteten rechnen. Apropos, Richard stellt im Gespräch bereits neue Veröffentlichungen der Band in Aussicht:

„Schon bald stehen Split-7Inches mit Unholy Grave und 27 an. Noch im Winter werden wir zudem weitere Songs aufnehmen und dann schauen, wann und wie wir die unters Volk bekommen. Im Frühling gehen wir dann auf die „Peace, Love And TOTAL FUCKING DESTRUCTION“-Welt-Tour und werden tun, was wir am Besten können: hemmungslos grinden.“ …und natürlich der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, denn genau das tut die Formation mit Songs wie ‚Bio-Satanic Terroristic Attack’, ,Fuck The Internet’ oder ,Nihilism, Emptiness, Nothingness and Nonsense’:

„Von Beginn an war es unser Ansatz, mit TOTAL FUCKING DESTRUCTION eine direkte und lautstarke Brücke zu dem zu schlagen, was in allen Menschen vorgeht. Schließlich drehen sich unsere Texte um die wichtigen Fragen des post-modernen, verrückten und abgefuckten Alltags, den wir alle durchleben. Unsere Songs reflektieren wahre Begebenheiten der globalen, technisierten, militärisch geprägten und auf Unterhaltung abstellenden Spaßgesellschaft und nehmen vorweg, wie ihre Zukunft und die der menschlichen Zivilisation aussehen wird. Noch kannst du Party feiern, doch sei wachsam und berücksichtige unsere Warnungen.“ Da sich TOTAL FUCKING DESTRUCTION musikalisch nicht zu ernst nehmen, besitzen sie den nötigen Freiraum, obskure Experimente und Stil-Kombinationen einzugehen, an die sich andere Musiker niemals heran wagen würden. Das ließe sich ebenfalls als Ausnutzung eines fehlenden Schamgefühls auslegen:

„Im Kontext der Band nutzen wir stellenweise humoristische Elemente, um die Wiedersprüche und die Gehaltlosigkeit


der heutigen Gesellschaft aufzudecken und plakativ darzustellen. Dabei gehen wir stets überaus ernsthaft vor und vermeiden jegliche Fehler, um unsere Absichten klar und direkt umzusetzen. Anders ginge es auch nicht, schließlich verhungert auf dieser Welt alle fünf Sekunden ein Kind und Konflikte zwischen Staaten werden noch immer mit kriegerischen Mitteln gelöst. Unsere Songs spiegeln all das wider und stellen auf die offensichtlichen Probleme unseres Planeten ab, die jeden etwas angehen. Aus meiner Sicht ist unsere Art von Musik die einzig mögliche Antwort auf die heutige Gesellschaft mit all ihren Unzulänglichkeiten und dem geringen Stellenwert des Einzelnen. Unsere Message ist die Musik und unsere Musik ist die Message. So einfach ist es. Versteckte Hintergedanken gibt es nicht.“

Dabei steht für das Trio die direkte und intensive Kommunikation mit ihren Hörern und Fans im Mittelpunkt: „Das ist für TOTAL FUCKING DESTRUCTION die zentrale Motivation, als Band aktiv zu sein. In den letzten Jahren haben neue Technologien und die Unterhaltungs-Industrie dem DIY-Underground ihre Sehle geklaut. Gerade dagegen lehnen wir uns auf und erinnern an fast verloren gegangene Ideale. Glücklicherweise gibt es auch andere, die sich an die Wurzeln des Grindcore erinnern und noch nicht aufgegeben haben.“ In aller Kürze lässt sich TOTAL FUCKING DESTRUCTION wie folgt zusammen fassen:

„Wir stehen gegen global vernetzten Faschismus, Rassismus, Sexismus und die Unterdrückung von Leuten, die ihr eigenes Ding durchziehen, solange sie damit niemanden in Mitleidenschaft ziehen. Für uns gibt es weder Restriktionen noch Dinge, die ich für unsere Zukunft ausschließen kann. Jede Grenze muss und wird früher oder später überschritten werden.“ Mit ihrer Einstellung und ihrem aberwitzigen Grindcore haben Richard Hoak und seine Mitstreiter für sich eine überaus radikale Nische entdeckt, die sie vehement und konsequent ausfüllen. Wie heißt einer ihrer Tracks doch so treffend: ‚Let's Fucking Do This!!!’

 
 Links:
  myspace.com/totalfuckingdestruction
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Clint Lowery
  Hollywood Undead
  Lorna Shore
  Oceans
  Suicide Silence

Interviews/Stories:

  The Menzingers
  Kublai Khan
  Agnostic Front

Shows:

  16.12. Stray From The Path - Munich
  16.12. Gideon - Munich
  16.12. Loathe - Munich
  16.12. The Devil Wears Prada - Munich
  18.12. Any Given Day - Wiesbaden