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The Dying

Storie von: arne, am 21.12.2008 ]

Mit „Triumph Of Tragedy“ erscheint das Debüt einer belgischen Band, die bei genauerem Hinsehen gar nicht so neu ist. THE DYING waren bis vor Kurzem noch als Chimaera unterwegs und haben via Genet bereits zwei Longplayer veröffentlicht. Eine stilistische „Kurskorrektur“ in Richtung Thrash und der Verzicht auf typische Core-Elemente wie Breakdowns und Mosh rechtfertigt den Neustart unter einem neuen Banner, denn das Quintett legt ein straightes und beinhartes Old School-Brett in der Tradition von Bands wie Kreator, Exodus, frühen Metallica und Slayer vor.

 
Bassist Kristof zeigt sich vom Re-Releases des eigenen Debüts nicht überrascht: „Für mich ist es der Lohn unserer harten Arbeit. „Triumph Of Tragedy“ ist im Januar veröffentlicht worden, und in Support des Releases haben wir in der Folge unzählige Konzerte gespielt und eine Menge guter Reviews für die CD und die Shows bekommen. Warum auch immer hat man außerhalb der Benelux-Staaten jedoch keine Notiz von uns genommen, egal, was wir auch versucht haben. Als wir uns schon fast damit abgefunden hatten, dass uns weder der Neustart unter einem anderen Namen noch die neue Platte weiter bringen würde, kontaktierte uns Drakkar mit der Frage, ob sie die Rechte an „Triumph Of Tragedy“ für den Rest Europas erwerben könnten. Dieses Angebot hat uns umgehauen und kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Jede Band träumt schließlich davon, mit einem solch etablierten und professionell arbeitenden Label zu kooperieren und für die eigenen Releases Poster, Anzeigen, Presse und gesteigerte Aufmerksamkeit zu bekommen.“

Bescheidenheit und eine klare Ausrichtung sind die Pfunde, mit denen THE DYING wuchern. Das Quintett positioniert sich ganz bewusst als traditionsbewusstes Outfit, um sich von der technischen Aufrüstung einiger Mitbewerber zu entkoppeln: „Viele Bands versuchen, etwas Neues zu erschaffen, um die Leute für sich zu gewinnen, die fast schon alles gehört haben. Das ist heutzutage fast unmöglich, doch die Gruppen versuchen es dennoch, indem sie immer extremer und brutaler aufspielen. Auch ich mag Gruppen wie Necrophagist und All Shall Perish, die in diese Kategorie fallen, und letztlich spielen sie genau das, was die Kids verlangen. Für uns ist das allerdings kein gangbarer Weg.“ Von der gesteigerten Aufmerksamkeit für potente Metal-Formationen profitieren indes auch THE DYING: „Wenn man sich die bloßen Zahlen an Bands, Releases und Shows anschaut, kommt man nicht umhin, festzustellen, dass sich die Szene enorm verbreitert hat und jede Menge passiert. Metal-Fans hat es schon immer gegeben, doch durch die ganzen Sub-Genres interessieren sich heute Leute für Metal-Spielarten, die in früheren Tagen keinen Zugang zu den traditionellen Stilen gefunden haben. Doch auch die Metaller sind aufgeschlossener geworden. Noch vor Jahren hattest du als Support von Slayer keine Chance und wurdest konsequent ausgebuht. Heute bekommst du immerhin die Chance, dich zu bewähren.“

Mit seiner Neuausrichtung hat das belgische Quintett beste Chancen, selbst vor einem kritischen Metal-Publikum zu bestehen. Ungezügeltes Tempo und einen beständig hohes Aggressionslevel lassen keine Wünsche offen, zumal THE DYING neben offensivem Highspeed und unbändiger Härte ebenso mit einem bangfördernden Basis-Groove und prägnanten Hooklines punkten: „Chimaera war eine MetalCore


-orientierte Band, während THE DYING puren Metal spielt. Die Weiterentwicklung des Sounds und der Namenswechsel haben uns einige Fans gekostet, doch wir haben viele neue hinzu gewinnen können. Bricht man uns auf die bloße Musik herunter, bestehen zwischen beiden Bands viele Parallelen, mit denen sich die Leute identifizieren können. Nicht zuletzt deshalb sind unsere Konzerte gut besucht und die Leute bangen ordentlich ab. Wirklich einschneidende Veränderungen hat es aus meiner Sicht nur bei den Texten gegeben, bei denen die Aussage heute weniger Gewicht besitzt. Jan schreibt weiterhin kritische Lyrics, so wie er es immer getan hat, doch die Metaller springen kaum darauf an und scheinen sich nicht sonderlich mit ihnen auseinander zu setzen. Als wir jung waren, haben wir die Booklets der CDs, die wir uns gekauft haben, von vorn bis hinten durchgearbeitet, doch diese Mühe scheinen sich heute nur noch wenige Leute zu machen.“

Basierend auf den einschlägigen Erfahrungen mit Chimaera spielen die Belgier auf „Triumph Of Tragedy“ sowohl ihre Routine als auch ihre Passion für straffe Thrash-Sounds konsequent aus: „Ein besonderes Rezept haben wir nicht. Die Band basiert auf Freundschaft und unserer geteilten Liebe zum Metal. Wir waren schon miteinander befreundet, als wir die Band gründeten und haben uns nicht über Aushänge eines Musik-Geschäftes zusammen gefunden. Wir stimmen in unseren Ansprüchen und Zielen überein und lieben es, gemeinsam zu jammen und auf Tour zu sein. Oder einfach nur abends zusammen in einer Bar abzuhängen. Im Songwriting haben wir im Grunde gar nicht so viel anders gemacht als bei Chimaera. Es war ein logischer und notwendiger Schritt, den Namen zu verändern, denn unsere Songs haben sich in eine Richtung entwickelt, die sich deutlich von den frühen Stücken unterschieden hat. Wir haben es nicht geplant, doch jeder von uns fühlte, dass es der richtige Schritt gewesen ist, stärker auf die Riffs zu fokussieren und im Ergebnis straighter Metal zu werden. Als wir den Namen zu THE DYING änderten gab es keine lange Diskussion, wie wir auch nicht geplant den MetalCore hinter uns ließen. Es ist einfach passiert. Breakdowns hatten sich für uns überholt und wir wollten keine mehr spielen.“

Jedes der elf Stücke von „Triumph Of Tragedy“ entpuppt sich als derbe Thrash-Hymne, an denen es weder handwerklich noch von der Produktion her etwas zu deuteln gibt: „Unsere Songs müssen weder innovativ sein noch müssen sie Neuland betreten. Für uns steht es im Mittelpunkt, aufrichtige Stücke zu schreiben, mit denen wir uns alle identifizieren können und die knallen. THE DYING ist nicht die einzige Band, die vergleichbare Tracks schreibt, doch nicht jede Band kann und muss den Thrash neu erfinden. Das wollen wir auch gar nicht.“

 
 Links:
  myspace.com/thedyingmusic
 
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