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This Is Hell

Storie von: Daniel, am 24.05.2008 ]

THIS IS HELL, das neue Aushängeschild der Hardcoreszene aus Long Island, legen mit "Misfortunes" ein kapitales Brett nach. Schon das erste Album "Sundowning" von 2006 liess die moshende Meute aufhorchen, doch der neue Brecher legt noch einmal nach. Schnörkellos, bodenständig, solide wie ein Felsbrocken ballert das Quartett eine Granate nach der anderen aus den Rohren und garantiert für ungetrübtes, authentisches Hardcore-Gefühl.

 
Selten hat man in letzter Zeit eine Band erlebt, die das reine Gefühl des Hardcore so überzeugend und dennoch nicht bemüht transportiert hat. Doch, was bedeutet Hardcore für die Band selbst, nachdem die Szene doch in großen Teil eher auseinandergedriftet ist, als das sie weiterhin zusammensteht? "Hardcore ist immer noch alles für mich. Jeder Teil meines Verstandes hängt mit dieser Szene zusammen, es ist mehr als nur Musik, es ist mein Lebensstil. Mag sein, daß das manchem wie ein Klischee vorkommt, aber für mich stimmt es. Als ich 13 war hätte ich niemals gedacht, daß ich hier stehe mirt 27, mit verspäteten Rechnungen, unverheiratet, in einer kleinen Burchbude wohnend mit einer Schrottmühle als Auto. Aber es ist das einzige, was für mich Sinn macht. Jeden Tag, den wir mit der Band herumreisen, neue Menschen treffen und je älter ich werde, bin ich mehr überzeugt, das dies mein Weg ist", betont Gitarrist Rick nachdrücklich.

Rick hat es gerade angesprochen: Weite Teile der Hardcore-Szene und des Hardcore-Lifestyles bestanden auch immer darin zusammen zu reisen und so viele Bühnen dieser Welt zu sehen und zu bespielen wie möglich. Ist Touren ein zentraler Bestandteil von THIS IS HELL? "Es ist alles! Wären wir nicht in der Lage auf der Straße unterwegs zu sein und hätten wir nicht diese Möglichkeit uns auszuleben, ich würde explodieren


!", eine Aussage, die man aufgrund der hochenergetischen Performance der Band nur unterschreiben kann.

Umso überraschender ist es zu hören, daß Ricks musikalische Einflüsse auf einer breiten Basis stehen, hätte man bei einer reinrassigen Hardcoretruppe wie THIS IS HELL doch eher die einschlägigen Bands erwartet. "Ich, genau wie die anderen Jungs auch, habe schon immer viel andere Musik gehört. Meine erste Lieblingsband waren Def Leppard, später kamen die Metalhelden der 80er dazu wie Megadeth, Pantera und Slayer. Auch nachdem ich Punk und Hardcore für mich entdeckt hatte, habe ich mich immer um Vielfalt bemüht. Das beeinflusst mich auch sicher, eher subtil als offensichtlich".

Was motiviert jemanden, der so lange schon in der Musikszene involviert ist, immer weiter zu machen, kreativ zu sein und ein Album wie "Misfortunes" aufzunehmen? Ist Hardcore doch ein Prozess der Selbstreinigung? "Oh, ohne Zweifel. Momentan, hätte ich die Musik nicht, ich würde wohl verrückt werden. Ich kann mir nichtmal vorstellen, wie es ohne Musik wäre. Sie ist wie eine Therapie, stimmungsaufhellend, wie Geschichten erzählen. Es ist Leben!".

Da möchte man Herrn Jimenez ohne weitere Einwände zustimmen. Wer am wahren Leben interessiert ist, der sollte sich "Misfortunes" zulegen, ohne Zweifel eines der Hardcore-Alben des noch jungen Jahres.

 
 Links:
  myspace.com/thisishell
 
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