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Today Is The Day

Storie von: arne, am 17.03.2008 ]

TODAY IS THE DAY besteht seit 1992 in wechselnden Besetzungen um Bandkopf und Extreme-Noise-Terrorist Steve Austin. Frühere Weggefährten finden sich heute u. a. bei Mastodon, Harlots oder The Esoteric. Mit “Axis Of Eden“ erscheint das achte Album des Outlets über das von Austin im letzten Jahr gegründete Supernova Records.

 
Wie schon der Vorgänger “Kiss The Pig“ rechnet auch die neue Platte schonungslos mit der amerikanischen Außenpolitik und Kriegen im Allgemeinen ab. Dabei ist der musikalische Frontalangriff stilistisch auf eine breitere Basis gestellt, als man es von TODAY IS THE DAY bisher kannte. Steve selbst zeigt sich auf der Gitarre versierter und im Gesang/Geschrei variabler. Experimentelle Noise-Samples und Feedback-Spielereien erklingen wohl dosiert und überfordern nicht. Als merklicher Zugewinn entpuppt sich darüber hinaus der neue Drummer Derek Roddy, der bereits bei Hate Eternal, Nile oder Malevolent Creation unter Beweis gestellt hat, dass er unabhängig von der Spielart oder Geschwindigkeit abgefahren kreativ und tight ist. Die grundlegende Rezeptur von Metal, Noise und Punk ist indes geblieben, wie auch der ungebrochen kompromisslose und radikale Ansatz von TODAY IS THE DAY.

Im Vorfeld der Arbeit an der neuen Platte hat es weitere Veränderungen, wie die Rückkehr in die „alte Heimat“, gegeben, die sowohl mit einem Perspektivwechsel als auch dem Freisetzen neuer Kreativität einherging: „Da gab es viele Gründe, wie Nascar, Daisy Duke, Johnny Cash, Elvis oder meine Mutter. Nein, im Ernst, dort bin ich aufgewachsen und Tennessee ist meine Heimat. Nach Massachusetts bin ich 1997 gegangen, doch der Süden hat mir immer besser als der kalte Norden gefallen. Außerdem ist mir Massachusetts zu liberal und verrückt gewesen. Ich wollte wieder frei sein und nun bin ich es.“ Auf “Axis Of Eden“ entlädt sich das neue/alte Lebensgefühl rücksichtslos und fokussiert: „Die Platte ist ein Höllenritt ohne Wiederkehr. Wenn man sich die gegenwärtige Politik der US-Regierung anschaut, kann man doch nur w


ütend werden. Dagegen muss man etwas tun und sei es, den Abgeordneten Briefe zu schreiben und aufzufordern, diesen Scheiß nicht länger zu billigen. Genau darum geht es auf dem Album und mehr ist da auch nicht zu sagen!“

Nachdem die bisherigen Veröffentlichungen von TODAY IS THE DAY zunächst über Amphetamine Reptile und später auf Relapse erschienen sind, hat sich Steve Austin spät dafür entschieden, mit Supernova ein eigenes Label zu gründen: „Die Entscheidung war allein vom Wunsch nach Freiheit getrieben. Ich wollte eine Basis schaffen, die es mir ermöglicht, frei von Zensur, unkommerziell und mit 100-prozentiger Freiheit zu agieren. Supernova Records steht für Kompromisslosigkeit, Unabhängigkeit, gute Musik und stilistische Freiheit. Es geht allein um gute Musik.“

Neben dem prominenten Extrem-Flagschiff TODAY IS THE DAY, dessen “Willpower“-Neuauflage das erste Release des Labels gewesen ist, wird Austin auch sein Nebenprojekt Taipan (Black Flag meets Led Zeppelin meets Butthole Surfers) sowie seine Entdeckungen Roanoke, Diesel Theory und Orange Man Theory veröffentlichen: „Für den Start muss man soviel Geld wie möglich zusammenkratzen und man darf nicht zögern, es für die richtigen Dinge zu investieren.“, resümiert Steve die Startphase von Supernova. „Darüber hinaus kann man so ein Vorhaben nicht alleine angehen. Ohne qualifiziertes Personal geht es nicht, denn es gibt eine Menge zu tun. Curran Reynolds hat fünf Jahre bei Earache gearbeitet und ihn zu finden war das Beste, was mir passieren konnte.“ Da bleibt abschließend nur zu hoffen, dass sich Austin die künstlerische Unabhängigkeit möglichst lange bewahren wird, denn auch freie Labels müssen ihre Rechnungen zahlen.

 
 Links:
  myspace.com/todayistheday
 
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