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Lost Alone

Storie von: Alex, am 18.12.2007 ]

Lost Alone gastierten kürzlich in der Ludwigsburger Rockfabrik und rockten vor ca. 30 Leuten ordentlich ab. Lest unseren Konzert-Bericht...

 
Als ich um 20.20 Uhr mit leichter Verspätung den kleinen Club der Rockfabrik in Ludwigsburg betrat, spielte bereits die Vorband "Strand Arcade". Ich bekam nur ihren letzten Song zu hören. "Strand Arcade" verließen dann artig um 20.30 Uhr mit ihren Instrumenten unterm Arm die Bühne und überließen das Feld der Umbautruppe, die nur aus einem einzelnen Rodie bestand. Obwohl es eigentlich nicht viel umzubauen gab, auf dieser ca. 6 x 3 m großen Bühne, hat dieser Typ es dennoch geschafft starke 30 min so zu tun, als sei er schwer beschäftigt.

Ziemlich genau um 21 Uhr kam dann das britische Trio "Lost Alone" quer durch den Saal auf die Bühne. Der Backstageraum in der Rofa hat leider keine direkte Verbindung zur Bühne, also muss man den Gang durch die Fangemeinde auf sich nehmen. Da sich Menge seit der Vorband nicht großartig erweitert hatte, war das aber kein Problem. Grade mal 30 Leute hatten sich an diesem Abend nach Ludwigsburg begeben. Das soll jetzt aber nichts über die Qualitäten oder den Bekanntheitsgrad von "Lost Alone" aussagen. Immerhin haben diese im vergangenen Jahr mit ihrem Debütalbum "Say No To The World" ziemlich abgeräumt und nicht nur die Bühne bei Rock am Ring gerockt.

Das spiegelt wieder, wie gut besucht Konzerte in der Rockfabrik meistens sind. Selbst Bands wie "No use for the Name" spielten hier vor halb leerem Haus. Nach einem Intro vom Band legen die drei Herren mit dem Song "Genevieve" los. Von Anfang bis Ende lieferten sie einen guten, klaren Sound.

Bis die Ersten dann aber anfangen sich ein wenig zu den Songs zu bewegen dauert es noch eine Weile. Weiter geht es mit den Singles "Unleash The Sands Of All Time" und "Elysium". Doch erst ganze 3 Songs später sieht man auch mal 2 Mädels beim Song "Our Bodies Will Never Be Found" beim Pogen. Aber auch wenn bei dem Song ein paar Leute abgehen, bleibt der Drummer wohl der Einzige bei diesem Konzert, der wirklich ins Schwitzen kommt. Dieser erinnert einen in seiner Spielhaltung übrigens sehr an Arne Zank oder Mr. Burns. Wirken dünne, große Menschen sitzend eigentlich oft so, als hätten sie einen Buckel?

Aus ihrem Hit "Blood is sharp" machen die Jungs kurzerhand eine kleine Jam Session. Zeit hat man ja genug. Auch eine Coversion aus den 70ern schafft es ins Set. "Blood Nights" von "Deep Purple". Und wer das Original hierzu nicht kennt ist von der "Lost Alone" Version auf jeden Fall begeistert. Dennoch bleibt das heimliches Highlight des Abend für mich der Song "Etheral".


Der Song hat gleichsam harte aber noch mehr ruhige Parts und der mehrstimmige Gesang wirkt hier besonders schön. Außerdem präsentieren sie einen Song, der es bisher nur auf die Myspaceseite der Band geschafft hat "The Gospel". Natürlich können viele Mädels aus dem sehr jungen Publikums auch diesen Song mitsingen.

In dem Alter (so um die 18) hat man eben eine Myspaceseite und ist da aktiv. Man trägt diese knallengen Röhrenjeans, die man sich auch leisten kann, den man hat eine Figur wie eine Bulimiekranke. Und man trägt diese schicken Frisuren mit dem Scheitel irgendwo weit ab der Mitte. Man orientiert sich halt schon irgendwie an den Bands. In diesem Publikumsgesamtbild falle nicht nur ich durch meine modische nicht ganz im Trend liegende Kleidung auf, sondern auch 1 oder 2 andere Typen, die sich mit ihren dicken Bäuchen, Jeanswesten und langen Haaren, bestimmt auch mal an irgendeiner Band orientiert haben. Wie sie da moshend in der Ecke stehen fallen sie heute aber doch ein wenig auf, können aber bald als Rockfabrikinventar identifiziert werden.

"Lost Alone" kündigen ihre Songs zwar meist brav an, sind sonst aber wenig gesprächig. Dafür stehen sie auf Rockstarspielereien. Ihre Gitarrengurte haben sie mit etlichen Buttons geschmückt, ihre Songs ziehen sie gerne mit ausufernden, instrumentalen Parts in die Länge, verzerren die Töne und bauen Rückkopplungen ein. Den vorerst letzten Song des Abend ziehen sie somit noch ca. 2 Minuten weiter in die Länge.

Auch wenn es nur einen Zugaberuf und wenige Pfiffe gab, stimmt der Roadie die Gitarre und "Lost Alone" kommen noch mal auf die Bühne. Die Zugabe lässt sich keine Rockband nehmen! Sänger Steven Battelle trägt nun auf einmal nicht mehr, wie die anderen Bandmitglieder, ein schwarzes Shirt mit irgendeinem Banddruck, sondern einen weißen Kapuzenpulli und darunter ein weißes Shirt, auf das er mit Hand "Say no" geschrieben hat.

"Lost Alone" beenden ihren letzten Gig in Deutschland bei dieser Tour nach nur einer knappen Stunde Spielzeit mit dem Song "Silence". Um 22.15 Uhr war schon lang kein Konzert mehr zu ende. Abschließend beteuern die Jungs eine "great time" gehabt zu haben und bald wieder zu kommen. Das sie Spaß am Spielen und dem Konzert hatten hat man gemerkt. Auch wenn das nach ihrer Aussage das kleinste Publikum war, vor dem sie seit über einem Jahr gespielt haben.

Na hoffentlich spielen Sie das nächste Mal vor einem größeren Publikum. Verdient haben sie es nämlich.

 
 
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