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Twin Method

Storie von: arne, am 04.03.2007 ]

Die aus dem Liverpooler Raum stammenden TWIN METHOD legen mit “The Volume Of Self“ über Crash Music ihren Debüt-Longplayer vor und lassen mit diesem gehörig Dampf ab. Im Leben der sechs Musiker hat sich einiges an Wut und Aggression angestaut, das sie nun lauthals und mit nicht jugendfreien Vocals herausschreien. Musikalisch ist die Gruppe vorwiegend im NuMetal verankert, geht bisweilen aber auch als Neo-Thrash-Kapelle durch.

 
Als Referenzen und offensichtliche Inspirationsquellen sind Mudvayne, Linkin’ Park, Disturbd und Machine Head zu nennen. TWIN METHOD haben mit den Genannten sowohl ein amtliches Drucklevel und ausgeprägte Dichte als auch Tendenzen zu einprägsamen Refrains und einer latent poppigen Attitüde gemein: „Hinsichtlich des Songwritings waren wir absolut frei, da es vorher noch nichts Hörbares von uns gab.“ berichtet Jason Potticary, einer der beiden Shouter:

„Für "The Volume of Self" zählte allein, dass sich die Stücke gut anfühlen und wirken mussten. Mit dem Album galt es ja an erster Stelle, uns selbst zufrieden zu stellen und niemanden sonst.“ Der unterschiedliche Background der Mitglieder von TWIN METHOD ist für das unberechenbare, abwechslungsreiche Soundbild verantwortlich, von dem “The Volume Of Self“ lebt:

„Als wir uns als Band formierten, mussten wir uns zunächst gegenseitig kennen zu lernen und verstehen, weshalb die anderen harte Musik spielen wollten. Jeder hat seine Position seither verändert, und ich selbst stehe heute für den Geschmack von sechs unterschiedlichen Typen. Es ist toll, Musik auch einmal aus anderen Augen zu sehen, und genau das ermöglicht mir die Band.“ Ganz ohne einen vordefinierten Rahmen ging es allerdings nicht:

„Als wir mit der Arbeit an unserem Debüt starteten, gab es durchaus Elemente, die wir unbedingt auf der Platte haben wollten und andere, die es zu vermeiden galt. Diese anfänglichen Positionen weichten sich allerdings auf, als wir begannen, als Einheit zu funktionieren und über uns selbst hinaus zu wachsen. Das ist gleich zwei Mal geschehen; zunächst im Proberaum und später noch einmal im Studio bei den Aufnahmen mit Logan Mader. Am Ende haben wir alle uns selbst auferlegten Einschränkungen hinter uns gelassen und einen eigenen Sound entwickelt. Rückblickend kann ich sagen, dass wir im Arbeitsprozess irgendwann nicht mehr wussten, in welche Richtung wir trieben. An diesem Punkt weitergemacht zu haben, war genau die richtige Entscheidung, und “The Volume Of Self“ gibt uns recht.“

Das Debüt des Sextetts zimmert dichte, brachiale Soundwände, die aber gleichfalls auch catchy sind: „Ein guter Hook oder Groove definiert einen guten Songs und ist extrem wichtig. Aus diesem Grund streben wir stets danach, Parts zu schreiben, die uns nicht mehr aus dem Kopf gehen. Wenn man Probleme damit hat, sich daran zu erinnern, was man zwei Minuten zuvor gehört hat, stimmt etwas nicht. Eine prägnante Hoolkine muss einfach sein.“ Diesem Statement ist uneingeschränkt zuzustimmen, und es verdeutlicht, dass TWIN METHOD verstanden haben, wie man intensive Smasher schreibt:

„Wir waren vor allem davon überrascht, wie viel ungeahnte Kreativität in uns schlummerte,


die dann im Studio den Weg nach draußen gefunden hat. Als neue Band nimmst du schnell Demos auf, mit denen du im ersten Moment zufrieden bist und denkst, ein Maximum des Möglichen herausgeholt zu haben. Eine Woche später weiß man dann, was man hätte anders machen sollen. Unser Debüt lässt uns aber bis heute breit grinsen, und das ist ein verdammt gutes Zeichen.“ Nicht zuletzt legt man sich für die eigene Zukunft eine solide Basis, von der aus man sich weiterentwickeln kann: „Es ist unsere erste gemeinsame Platte als TWIN METHOD gewesen, also haben wir uns selbst den größten Druck aufgebaut. Zu Beginn der Studio-Tage standen zwar aufnahmebereite Songs, doch wir haben alle Tracks noch einmal auf den Prüfstand gestellt und auf ihre Wirkung hin unter die Lupe genommen. Da wir über ein eigenes Studio verfügen, konnten wir die Pre-Produktion alleine durchziehen und experimentieren. Bei den späteren Aufnahmen hat sich dennoch jede Menge verändert. Fest steht, dass wir mehr erreicht haben, als wir jemals erwartet hätten, und das spornt für den nächsten Longplayer an.“

Die Stärke von “The Volume Of Self“ resultiert dabei aus dem Zusammentreffen von sechs Individuen: „Da jeder von uns aus einer anderen musikalischen Ecke kommt, sind unterschiedlichste Einflüsse aufeinandergeprallt, die wir geordnet und sinnvoll kombiniert haben. Auch jede Sackgasse hat sich letztlich als nützlich erwiesen und einen Teil zum Ganzen beigetragen. Da wir so viel ausprobiert haben, konnte sich unser Sound in kurzer Zeit herausbilden. Legt man sich gleich auf eine Richtung fest, dauert das zumeist Jahre. Wir aber konnten den Prozess entscheidend verkürzen. Sicherlich erfinden wir das Rad nicht neu und haben lediglich eine Neukombination bekannter Elemente im Angebot, doch wir legen großen Wert darauf, dass wir jederzeit eingängig und einprägsam klingen. Das macht in meinen Augen den Unterschied gegenüber vielen anderen Gruppen aus.“

Die Orientierung an internationalen Größen der NuMetal-Szene erweist sich für die Liverpooler als der richtige Weg: „In einem Satz mit Linkin Park und Mudvayne genannt zu werden, erfüllt uns natürlich mit Stolz. Beide sind fantastische Bands, die wir sehr schätzen. Dass wir von Ihnen beeinflusst sind, will ich gar nicht abstreiten.“ Eigene Erfolge mögen sich TWIN METHOD bislang noch nicht auf ihre Fahne schreiben: „In solchen Kategorien brauchen wir noch gar nicht zu denken. Entweder mögen uns die Leute oder nicht. Das werden die kommenden Wochen und Monate zeigen. Was man als gut oder schlecht empfindet, ist für jeden individuell und nicht objektiv, insofern schreibt man Musik immer erst für sich selbst, und schaut dann, was die anderen denken. Erfolg kommt erst mit der Zeit.“

 
 Links:
  twinmethod.com
 
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