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Lowdown

Storie von: Daniel, am 01.12.2006 ]

Wer bei Norwegen in erster Linie immer noch an Fjorde und im Zusammenhang mit Musik an Black Metal, brennende Kirchen und verwirrte Geister denkt, den werden Lowdown mit ihrem Album "Antidote" eines Besseren belehren. Hier regiert kompromisslos in Musik gegossene Aggressivität, die beeindruckt und sprachlos macht. Zeit bei der Band nachzuhaken, um Licht ins Dunkel zu bringen.

 
Die Gründungsgeschichte und jüngere Vergangenheit von Lowdown sind fast so unglaublich, wie es das hohe Niveau von "Antidote" ist. Nach ein paar Demos nahm die Band tatsächlich an "Norwegian Battle Of The Bands" teil, sozusagen der nordische Ableger des Emergenza-Festivals und : Sie gewann und das bei ihrem ersten Gig ! Dieser Erfolg brachte schließlich 2003 den ersehnten Vertrag und nach diversen LineUp-Problemen, der Veröffentlichung des ersten Albums "Unknown" ging es für Lowdown 2006 wieder ins Studio. Hier, im in der Mitte des Nirgendwo in der norwegischen Einöde gelegenen SpaceValley – Studios von Henning Ramseth, war man in der Lage sich voll auf die Aufnahmen zu konzentrieren. Das Ergebnis rechtfertigt alle Mühen, denn "Antidote" ist ein extremes Album geworden.

Nur, gegen welche Krankheit soll diese musikalische Medizin helfen? Die Band hat eine einfache und dennoch überzeugende Antwort : Das Gegenmittel gegen jeglicher Form mittelmäßiger und konstruierter Musik, die den Hörern von der Industrie vorgesetzt wird. Darüber hinaus für all jene gedacht, die Metal als Überzeugung sehen, so wie es Lowdown selber tun.

Doch hält sich die Band fern davon, konkrete und plakative Aussagen zu tätigen. Leo, der alle Texte schreibt, ist nicht nur bemüht, seine persönlichen


Befindlichkeiten bezüglich sehr intimer Gedanken und Probleme kund zu tun, sondern die Lyrics so offen zu präsentieren, daß der Hörer immer noch die Gelegenheit bekommt, sich seine eigene Interpretation zu konstruieren.

Der Sound, der auf "Antidote" zu finden ist, ist eine enorm brutale Mischung aus Hardcore und Death Metal, könnte also durchaus auch als Metalcore beschrieben werden. Lowdown haben mit dieser Schublade wenig Probleme, verwehrt sich aber eindeutig gegen die Flut gleichförmiger Klone, die ihre Platten immer nach dem gleichen Muster stricken. Doch verbinden Lowdown ihre Musik zwar mit Kompromisslosigkeit, gehen aber dennoch nicht stumpf und unüberlegt zu Werke. Diese Geisteshaltung erstreckt sich ebenso auf den persönlichen Geschmack der Musiker und ihre Meinung zur momentan Musikszene. Das Interesse ist vorhanden, zumal die Liebe zur Musik, aber am Ende wird man von vorhersehbaren Mustern immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Letztlich wünscht sie die Band nur, alles für die Musik zu geben und ist unendlich dankbar dafür, nun eventuell die Gelegenheit zu bekommen, sich voll auf die Musik konzentrieren zu können. Man möchte sagen : So lange wir Fans dafür Abrissbirnen wie "Antidote" bekommen, geht die Dankbarkeit postwendend zurück !

 
 Links:
  myspace.com/lowdownmetalcom
 
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