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Less Than Jake

Storie von: Hannes, am 23.06.2006 ]

Der Punkrock und das Alter - Nächster Teil. Seit guten fünfzehn Jahren überhäuft uns die Truppe um die zwei Chefspaßmacher Chris Demakes und Vinnie Fiorello nun regelmäßig mit Fun-Punk Gassenhauern der sonnigen Sorte. Auf über unglaublichen einhundert Veröffentlichungen haben sich die Sonnyboys aus der Musiker-Metropole Gainesville, Florida, verewigt. Dass die Jungs nach so langer Zeit noch immer über eine ordentliche Portion Humor verfügen, lässt sich nicht abstreiten.

 
Sollte sich das Interview im Rahmen der gemeinsamen Tour mit den DROPKICK MURPHYS eigentlich um das kommende Album "In With The Out Crowd" drehen, ist ziemlich schnell klar, dass LESS THAN JAKE nach eigenen Regeln spielen. Gut gelaunt und nicht mehr ganz nüchtern erzählen Sänger Chris und Drummer Vinnie, die beiden einzig verbliebenen Gründungsmitglieder, fröhlich von Cartoons, Jugenderfahrungen, Baseball, der deutschen Country-Szene und sonstigen unterhaltsamen Unsinnigkeiten. Doch um bei der Musik zu bleiben, wer auf dem mittlerweile zehnten Longplayer eine Überraschung vermutet, ist selbst Schuld. Oder kennt die Band nicht. "Das Album ist auf dieselbe Art und Weise entstanden wie die Alben davor. Das Einzige, was sich wirklich verändert hat ist, dass es besser produziert ist, besser klingt." Bestätigt Vinnie den nicht vorhandenen musikalischen Stilbruch. "Nicht, dass die alten Alben schlecht klängen, aber das hier hat einfach mehr Tiefe."

Nun gut, eine perfekte Produktion war zu erwarten, schließlich fiel die Wahl des Produzenten zum zweiten mal nach dem 98er Album "Hello Rockview" auf keinen Geringeren als Howard Benson, der schon heavy Acts wie Sepultura oder Motörhead ein schickes Klangewand verpasste, aber auch kürzlich erst den Emo Rockern von My Chemical Romance zu internationalem Durchbruch verhalf. Die forsche Herangehensweise des guten Mannes ist jedoch genauso


bekannt wie berüchtigt, weswegen sich zum Beispiel die gereiften Emo-Prog-Rocker THRICE kurzfristig für einen anderen Produzenten entschieden. "Nun, Howard hat seine eigene Art die Dinge anzugehen und wird dabei von einem sehr guten Team unterstützt. Es muss alles sehr, sehr schnell gehen. So nehmen die einzelnen Musiker ihre Parts zeitgleich in verschiedenen Studios auf. Das Album war so in einem Drittel der sonst üblichen Zeit fertig, ohne das wir eine Ahnung hatten, wie es sich letztendlich anhören würde, da wir von den Bandkollegen gar nichts mitbekamen. Es war wirklich komisch." erzählt der Drummer und fügt hinzu: " Nicht, dass ich diese Arbeitsweise bevorzuge, aber es war wirklich interessant."

Wirklich begeistert hört sich hingegen anders an. Aber das Ergebnis ist, was zählt. Und das kann sich durchaus hören lassen. Für LESS THAN JAKE ist die Gute Laune inzwischen zur Routine geworden und klingt zwar gelegentlich etwas gelangweilt, versprüht aber jede Sekunde den typisch Amerikanischen Fun-Punk Charme der auch Bands wie Goldfinger, Screeching Weasel oder Bracket ausmacht. Natürlich kommt mit steigendem Alter auch der ein oder andere eher ruhige und bedachte Ton aus den Boxen, doch der Spaß steht nach wie vor im Vordergrund. Böse sein kann man da kaum. Schlecht gelaunt noch weniger. Aber Vorsicht: Zu viel Clown zum Frühstück kann auch auf den Magen schlagen.

 
 Links:
  http://www.lessthanjake.com
 
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