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La Par Force

Interview von: Matthias Rauch mit Oise Ronsberger und Stefan Grunwald, am: 03.10.2004 ]

Es passiert nicht alle Tage, dass Menschen wie Chad von Boy Sets Fire deutsche Bands produzieren und das, ohne dafür auch nur irgendeine finanzielle Gegenleistung zu bekommen. Allein diese Tatsache spricht schon für die Qualität von La Par Force aus Regensburg, die eine der wenigen Bands aus der Indie/Punk Ecke sind, die mit weiblichem Gesang aufwarten. Im Prinzip sollte das ja schon lange kein außergewöhnliches Ereignis mehr sein, doch wenn man sich die Sache mal genauer anschaut, wird man schnell zum dem Schluss kommen, dass es dem leider noch lange nicht so ist. Auf ihrem neuen Album „Fallen Leaves“ überzeugt die Band wieder einmal mit sehr schönen, verträumten und gleichsam rockenden Songs, die einen europäischen Vergleich keinesfalls scheuen müssen. Stefan und Oise standen uns Rede und Antwort. Wir sprachen über Sexismus, die Beschwerden einer Punksozialisation und Boy Sets Fire.

 

Musicscan: Erzählt doch einmal kurz, was in der Zeit zwischen dem Release eures Albums und jetzt passiert ist. Hat es irgendwelche Änderungen in der Band gegeben? Gibt es neue Ansätze, Konzepte, Pläne?

La Par Force: Oise: Klar, wir haben versucht so viel wie möglich live zu spielen, haben eigene Konzerte für Oktober organisiert und bereiten gerade eine Europatour mit BEAR VS SHARK (Equal Vision Records) vor. Wir überlegen gerade, ein weiteres Bandmitglied zu integrieren, das uns dabei helfen soll, die Details des Albums auch live umsetzen zu können (z.B. Cello, Piano, zusätzliche Gitarrenparts). Auch haben wir erstmals wieder an neuen Liedern gearbeitet. Eingespielt haben wir Coverversionen für folgende Compilations: V/A - There Is A Light That Never Goes Out EP (Dancing In The Dark / Millipede Records Oktober 04) mit unveröffentlichten Coverversionen von LÀ PAR FORCE, TOMTE, MUFF POTTER, THE EUROPEAN TRANSLATION OF..., THE ROBOCOP KRAUS und TAGTRAUM. V/A - A Tribute To Dischord Records (Millipede Records 04) u.a. mit LÀ PAR FORCE, THE ROBOCOP KRAUS, ANYWAY, THE CABLE CAR THEORY.... Ansonsten stehen fürs nächste Jahr noch eine Zusammenarbeit mit AMANDA ROGERS (Immigrant Sun Records) an, wir möchten noch gerne eine Split mit unseren Freunden von PETROGRAD machen. Eine RITES OF SPRING Tribute 7" Serie wartet auf unseren Beitrag, um dann als Split-7" mit HOT CROSS veröffentlicht zu werden. Außerdem planen wir mit Chad und Nathan von BOYSETSFIRE ein paar kleine Akustikshows zu spielen. Dieses Projekt scheitert aber voraussichtlich am engen Zeitplan aller Beteiligten... Auf unserem Label Dancing In The Dark werden in Kürze neben dem oben erwähnten Sampler auch noch eine EP und eine Full Length der großartigen Band TAGTRAUM erscheinen. Wir sind also beschäftigt, wenn es das ist, was du wissen wolltest,ha,ha.

Musicscan: Da es sicherlich nicht alltäglich ist, dass Menschen wie Chad von Boy Sets Fire Platten von deutschen Bands produzieren, wollte ich mal nachfragen, wie sich das Ganze ergeben hat und vor allem wie ihr in dazu überreden konntet, nach Deutschland zu kommen und die Platte praktisch ohne Entgelt zu produzieren? War das auch ein Dankeschön an Oise, da er doch soweit ich weiß, mal am Bass bei BSF ausgeholfen hat?

La Par Force: Oise: Ich habe lange Zeit als Roadie für BOYSETSFIRE gearbeitet, wir haben viel gemeinsam erlebt und durchgemacht. Unsere alte Band STATIC 84 war schon mal Support von BOYSETSFIRE und ich habe auch mal bei einer Europatour Bass für BOYSETSFIRE gespielt, was natürlich unsere Freundschaft noch weiter gefestigt hat. 2002 haben sie dann freundlicherweise LÀ PAR FORCE mit auf Europatour genommen, uns zum ersten Mal die Chance gegeben, uns vor einem größeren Publikum zu präsentieren. Chad hat dabei auch öfters angesprochen, das er gerne unser Album produzieren würde und wir haben ihn dann ganz einfach beim Wort genommen.

Musicscan: Inwieweit hatte Chad Einfluss auf das Endresultat und wie muss man sich die Arbeit mit ihm vorstellen?

La Par Force: Oise: Vorab - ich kann Chad nicht genug loben. Ohne dafür nur einen Cent zu sehen hat er für uns seine rare Freizeit, Geld und Geduld geopfert - und das ist etwas was ich ihm nie vergessen werde! Chad war mittags der erste im Studio und morgens um vier der letzte der nachhause ging. Bis tief in die Nacht hat er an Gitarrenspuren, Gesängen, alternativen Mixen gearbeitet wie ein Besessener. Er war von der Vorproduktion, beim Aufnehmen bis hin zum Mixen der Lieder jederzeit voll konzentriert dabei - ich glaube nicht, dass man das bei nur einem dieser überbezahlten Produzentenlegenden finden würde. Er und Tom Spötter - dem das Out-O-Space Studio in Göttingen gehört - haben wirklich perfekt zusammengearbeitet und das findet man wohl nicht besonders oft. Gleich zu Beginn der Aufnahmen meinte Chad: "Das ist eure Platte, ich will das ihr glücklich damit seit. Ich werde meine Meinung sagen und ihr könnt entscheiden, ob ihr darauf hören wollt oder nicht. Ich verlange nur eins - das ihr darüber nachdenkt." Und so sind wir dann für den Rest der Aufnahmen verfahren. Bevor wir mit dem Aufnehmen der Lieder begonnen haben, haben wir noch mal 3 Tage lang mit Chad geprobt. Hierbei übernahm er eher die Rolle eines "Schiedsrichters" - er hat versucht die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band zu schlichten, er hat Anregungen gegeben, Alternativen angeboten. Er hatte aufs eigentliche Songwriting also wenig Einfluss - er hat uns lediglich dabei geholfen aus den jeweiligen Liedern das beste rauszuholen. Es war perfekt einen Außenstehenden mit im Studio zu haben, der ohne Hintergedanken seine Meinung abgeben kann und von allen Bandmitgliedern als neutrale Person gesehen wird. Um also auf die Frage zurückzukommen: Chad hatte was das Songwriting angeht keinen allzu großen Einfluss, speziell da er sich beim Gitarrenspiel sehr zurückgehalten hat und Christina hauptsächlich für alle Gitarren zuständig war. Chad hat nur hier und da kleine Feinheiten mit eingebracht. Sein Verdienst besteht eher darin, uns geholfen zu haben unsere Band mit anderen Augen zu sehen - uns ermöglicht zu haben zu unserer eigenen Musik etwas Distanz zu haben und so eine bessere Platte abzuliefern.

Musicscan: Da ich selbst einige Jahre in einer Band mit Frauengesang aktiv war und wohl ähnliche Erfahrungen wir ihr machen musstet bezüglich des Gesangs, würde ich gerne diesen Kontext einmal ansprechen. Sobald man mit „richtigem“ Gesang innerhalb einer vermeintlichen HC/Punk-Szene ankommt, schlägt einem doch sehr viel und bisweilen sehr heftige Kritik entgegen. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht und glaubt ihr, dass sich die Lage in den letzten Jahren zum Besseren gewendet hat? Woher kommt diese Ablehnung von vor allem weiblichem Gesang?

La Par Force: Stefan: Die Lage hat sich in den letzten Jahren bestimmt nicht zum besseren gewendet, speziell die Vorbehalte bezüglich des Frauengesangs sind in der ach so toleranten Punk/Hardcoreszene am allerschlimmsten. Das liegt wohl daran, dass "richtig singen" schon sehr nach Mainstream klingt, was gleichzeitig böse ist. Je schräger also, umso besser. Da kommen Frauen, wenn sie eben richtig singen im Allgemeinen nicht so gut an. Der nächste Schritt wäre dann zu behaupten, dass Frauen schlechter Gitarre spielen und von Schlagzeugsticks sowieso die Finger lassen sollten. Dass das Mist ist, sollte man mittlerweile schon begriffen haben. Leider muss ich da die Verbindung herstellen. Irgendwie kommt das bei dem Thema einfach so. Warum wir uns immer noch ansatzweise in dieser Subkultur (Hardcore,etc) bewegen ist dann eine Frage, über die ich mir auch manchmal Gedanken mache. Wir kommen halt von daher und fühlen uns mit dem Hintergrund ganz wohl, auch wenn wir andere Musik machen, die nicht mehr so ganz da rein passt. Ich weiß, dass man über Geschmack nicht streiten kann. Es kann und darf sein, dass Leuten etwas nicht gefällt. Die Frage ist nur, ob es wirklich Geschmacksache ist, wenn man Frauengesang generell nicht toll findet. Oder hast du schon mal den Satz gehört "eigentlich mag ich Männergesang ja nicht" - da wird ganz klar gesagt, "jener singt gut, dessen Stimme gefällt mir nicht". Das hat ja schon so einen chauvinistischen Anstrich. Das ist wie deutsch singen bei einigen Menschen nicht gut sein kann. Versteh' ich persönlich auch nicht. Es wäre vielleicht auch mal schön, mit anderen Bands bei denen hauptsächlich Frauen involviert sind zu spielen, deren Publikum dann auch schon offen dafür ist. Bands und Künstler wie MELISSA AUF DER MAUR, PJ HARVEY, DOVER oder PRETTY GIRLS MAKE GRAVES wäre mal ne schöne Sache. Von mir aus auch COURTNEY LOVE.

Musicscan: Ist dies nicht auch ein Indiz dafür, dass sich ein Großteil der „politisch korrekten“ Punkszene, die sich ja primär durch eine Abkehr von Sexismus und anderen gesellschaftlichen Vorurteilen definiert, zu einer absoluten Farce verkommen ist. Zumindest hatte ich, wenn ich mir die Kommentare bezüglich des Gesanges manchmal in Erinnerung rufe, das Gefühl, an einem Stammtisch in der Dorfkneipe zu sitzen.

La Par Force: Oise: Tja, Anti-Sexismus ist nur so lange angesagt und bequem, wie nichts dafür getan werden muss. Ab dem Punkt, wo weibliche Musiker und Künstler jedoch aktiv integriert und anerkannt werden müssten, ist es damit jedoch schnell vorbei. Außer sie passen sich dem akzeptierten "Frauen-Künstler-Bild" an. Aber jede Subkultur ist leider bloß ein Mikrokosmos der "richtigen" Gesellschaft. Es ist also nur natürlich, dass wir hier von Unarten wie z.B. Homophobie und Sexismus heimgesucht werden, auch wenn das nicht in unser Bild einer "kleinen, heilen Welt" passt.

Musicscan: Wie geht Christina mit der Situation um und seht ihr euch noch irgendeiner Szene überhaupt zugehörig?

La Par Force: Oise: Soweit ich jetzt für sie sprechen kann, nimmt sie es mit Humor. Das es nicht cool ist, sich ständig mit Vorbehalten und blöden Kommentaren auseinander setzen zu müssen, ist klar. Du kannst dir aufgrund deiner Erfahrung ungefähr vorstellen, was man auch oft mit Technikern, Mischern etc mitmacht. Was eine "Szene" angeht, bin ich leider hoffnungslos desillusioniert... Als ich begann mit Bands zu Touren war das ein Netzwerk von Freunden, viele hatten ein offenes Ohr und einen Platz an dem man spielen konnte, ohne einen Majorvertrag und eine Bookingagentur zu haben. Viele dieser Leute haben gemerkt, dass man mit Nischenentertainment (und das ist Punk für mich) Geld verdienen kann, haben Firmen gegründet und sich selbstständig gemacht. Das ist jetzt nicht schlimm, doch eine Indie-/Emo-/Postpunk-Szene wie ich sie kennen gelernt und geliebt habe gibt es dadurch nicht mehr. Es ist schon höllisch schwer, überhaupt eine kleine Tour für unbekannte Bands zu buchen, an Supportshows für größere Bands kommt man kaum noch und wenn doch spielt man umsonst und ohne Essen zu bekommen... Wir gehören also zu keiner Szene, aber wir bewegen uns in einem Umfeld in dem wir uns sehr wohl fühlen - Millipede Records in Nürnberg, Bands wie TAGTRAUM, THE ROBOCOP KRAUS, KITTY EMPIRE oder THE EUROPEAN TRANSLATION OF und unabhängige Konzertveranstalter und Freunde in ganz Deutschland sorgen dafür das wir uns oft zuhause fühlen, auch wenn wir hunderte Kilometer von Regensburg entfernt sind.

Musicscan: Was hält euch in Regensburg? Erzähl doch mal ein bisschen über die Stadt und die dortige Musikszene und inwieweit euer direktes Umfeld eure Musik beeinflusst beziehungsweise geprägt haben könnte.

La Par Force: Oise: Christina wohnt mittlerweile in Göttingen, Stefan und ich halten in Regensburg die Stellung. Eine wunderschöne, uralte Stadt mit viel Vergangenheit und Flair, aber wie ganz Bayern natürlich unglaublich konservativ und voller Widersprüche. Es gibt hier viele soziale Initiativen, Künstlerverbindungen, klasse Bands wie z.B. THE EUROPEAN TRANSLATION OF..., BEIGE GT oder JENNY LUND. Auch viele kleinere Labels wie Schinderwies Productions, das Pitti Platsch Fanzine. Es passiert hier also viel, wenn jedoch auch wenig zusammen gearbeitet wird und lieber jeder sein eigenes Süppchen kocht. Wer sich für die äußerst vielseitige bayerische Post-Punk/Indieszene interessiert, dem möchte ich herzlichst den auf unserem Label Dancing In The Dark veröffentlichten "im dunkeln" Sampler ans Herz legen. Unsere Musik ist jedoch von unserem Umfeld kaum geprägt.

Musicscan: Inwieweit ist euch eine DIY Ethik für La Par Force wichtig? Könntet ihr euch auch vorstellen, die komplette nicht kreative Arbeit abzugeben?

La Par Force: Stefan: Wir hätten schon gern Arbeit abgegeben. Gerade mit der eigenen Band ist das so ne Sache. Man kann sich nämlich nur selber kritisieren, wenn einem etwas nicht passt oder nicht 100% funktioniert. Dabei hat das dann wieder seine Vorteile. Denn man kann es alles selbst anpacken, hat wirklich die größtmögliche Kontrolle über alles was passiert, wie die Band dargestellt wird und ist für sich selbst verantwortlich. Eigentlich schon eine schöne Sache. Die viele zusätzliche Arbeit und das Geld sind halt entscheidende Gründe. Nun haben wir es aber getan und wir sind soweit ganz glücklich darüber. Schließlich bildet sich neben der Band mit der Arbeit an dem Label eine weitere interessante Sache. So haben wir bereits weitere Veröffentlichungen in Planung. Die Band TAGTRAUM gehört mittlerweile zur Dancing in the Dark Familie. Ich möchte hier auch unsere Partner Millipede Records aus Nürnberg nennen, die gemeinsam mit uns das LÀ PAR FORCE Album veröffentlichen!
Oise: Wir kommen ja aus der politisch motivierten Hardcore Szene, da liegen unsere Wurzeln. Do It Yourself ist also für uns kein bloßes Lippenbekenntnis. Es wäre jedoch schön, wenn man lästige Arbeiten abgeben könnte, z.B. ist das Booking für eine unbekannte deutsche Band wie uns natürlich extrem nervenaufreibend. Wir werden sehen was die Zukunft bringt, aber selbst wenn wir Arbeit abgeben könnten, würden wir die herrschsüchtigen Kontrollfreaks bleiben die wir sind.

Musicscan: Würdest du sagen, dass ihr euch durch die Band und die Musik definiert? Was sind weitere Leidenschaften und Interessen in eurem Leben beziehungsweise wie zahlt ihr eure Rechnungen?

La Par Force: Oise: Hm, die Band nimmt extrem viel Arbeit in Anspruch, was natürlich unser Leben extrem prägt und beeinflusst. Durch die langfristige Planung sind wir natürlich oft sehr festgelegt, speziell da wir ja zwischen Touren und Studioaufenthalt alle noch arbeiten gehen müssen, um eben die Rechnungen zu zahlen. Was unsere Leidenschaften angeht, sind wir glaube ich sehr durchschnittlich. Stefan und ich betreiben gemeinsam eben Dancing In The Dark Records, wir arbeiten beide in der Individuellen Schwerbehinderten Betreuung. Ich bin Mitbesitzer des Eldorado Plattenladens/Mailorders/Vertriebs (www.eldoradomusic.de). Christina arbeitet in einem Altersheim, kümmert sich um ihre beiden Hunde. Musik ist also schon unsere größte Leidenschaft und wir richten unsere restlichen Leben schon sehr danach aus - keine Frage.

Musicscan: Was inspiriert dich/euch und ich meine jetzt nicht vornehmlich andere Kunst oder Musik, sondern vielleicht ganz alltägliche Dinge? Woraus beziehst du deine Kraft, um immer wieder neue Energie in die Band und die Musik zu stecken, ohne dass dabei finanziell etwas übrig bleibt?

La Par Force: Oise: Alle in der Band sind in festen Beziehungen. Zu wissen, das es jemand gibt der auf dich wartet, dich unterstützt und an dich glaubt gibt sehr viel Kraft. Das Wissen, dass es - wenn auch noch wenige - Menschen gibt, denen unsere Musik gefällt und das es diese Menschen berührt, was wir machen, ist eine starke Motivation. Die Band ist für uns auch kein Hobby, kein Zeitvertreib, keine jugendliche Rebellenphase. Wir glauben an uns und unsere Kunst. Wir glauben an uns und unser Label. Ohne dieses Selbstvertrauen wäre es nicht möglich all die Strapazen und Rückschläge, nächtelangen Autofahrten und das ständige Minus auf dem Konto hinzunehmen, ohne ans aufhören zu denken. Alle diese Anstrengungen sind für uns Investitionen in unsere Zukunft.

Musicscan: Wie entstehen eure Songs? Wie muss man sich den kreativen Prozess bei euch vorstellen? Gibt es da Veränderungen über die Zeit, so etwas wie ein blindes Verstehen oder gibt es da schon noch auch offene Konflikte?

La Par Force: Stefan: Konflikte gibt es nicht wirklich. Bisher ist eigentlich relativ klar, wer was einbringt. Grundsätzlich erarbeiten wir uns die Lieder gemeinsam. Es sind oft einzelne Ideen da und wir probieren dann einfach rum. Was uns dann sowieso anhaltend nicht so begeistert, werfen wir auch schnell wieder über Bord. Es ist eher selten, dass bei uns jemand schon ganze Lieder liefert und eine ganz genaue Vorstellung hat, wie sich die anhören sollen. Wir erarbeiten uns bisher alles gemeinsam. Von den Anfängen und Ansätzen bis zur finalen Ausarbeitung mit Aufnahme ist ein weiter Weg. Es ist immer wieder interessant, was aus Songs letzten Endes wird. Die unterschiedlichen Ideen und Vorstellungen ergeben in der Mischung immer eine ganz gute Sache. Die meisten Lieder hat man sich anders vorgestellt, aber bisher waren wir immer positiv überrascht und es war besser als gedacht. Mal sehen wie es in Zukunft gehen wird. Kann durchaus sein, dass sich das auch etwas ändert. Wir haben seit dem letzten Schreibeprozess ein paar Veränderungen. So wohnen wir nicht mehr so nah zusammen und das ist doch eine Umstellung. Das ist aber mittlerweile auch schon fast gewohnt und geht bisher ganz gut.

Musicscan: Ist es für Christina nicht manchmal schwer, fremde Texte zu singen oder ist die Verständigung da absolut problemlos? Diskutiert beziehungsweise besprecht ihr die Texte in der Band?

La Par Force: Oise: Ich liefere in dem Sinn keine fertigen Texte ab. Es sind viele Ideen, aus denen Christina dann herausnehmen kann, was ihr gefällt bzw. was sie für geeignet hält. Deshalb gab es deswegen auch keine Auseinandersetzung, da Christina ja immer ein Vetorecht hat, was sie gerne singen bzw. nicht verwenden möchte. Viele Sachen sind natürlich etwas kryptisch oder schwerer zu verstehen, was auch der Grund ist, warum wir jedem Text in der CD ein Zitat vorangesetzt haben. Wir hatten auch schon mal die Situation, dass Christina einem Text eine komplett andere Bedeutung beigemessen hat, aber das macht es für mich auch wieder interessant. Ich habe auch immer Texte geliebt, in die ich meine eigenen Vorstellungen und Erfahrungen einbauen konnte. Die ich dadurch für mich relevant gemacht habe. Und wenn Christina das machen kann, dann sind unsere Texte vielleicht auch für die Interpretationen des Zuhörers offen, was mich sehr freuen würde.

Musicscan: Wo wollt ihr mit der Band hin? Gibt es konkrete Ziele?

La Par Force: Stefan: Ich denke, dass es immer Ziele und Wünsche gibt. Jeder Musiker hofft auf Anerkennung und Verständnis für das, was er fabriziert hat. Wir hoffen, dass wir unsere Freude an dem Album teilen können und es möglichst vielen Leuten gefallen wird. Natürlich wollen wir, dass die Band in Bewegung bleibt und dass sich weitere Wege auftun. Nach den EP's und einigen Konzerten wäre es schön, wenn sich mit dem Album der Stand der Band weiter festigt. Wir wollen so viel wie möglich spielen - an möglichst unterschiedlichen Orten, Ländern und mit den verschiedensten Bands. Große Erwartungen setzte ich persönlich nicht, da es eh immer anders kommt als man denkt. Eine große Erwartungshaltung führt oft zu Enttäuschungen, die meistens nicht gerechtfertigt sind. Mir gefällt was wir bisher gemacht haben sehr gut. Ich mag das Album, ich schätze die Leute, mit denen ich in dieser Band bin und erkenne, dass dies gerade ein fester und wichtiger Lebensinhalt ist, über den ich sehr froh bin. Alles Weitere wird sich ergeben.

Musicscan: Willst du/ihr noch was loswerden bzw. anfügen?

La Par Force: Oise: Vielen Dank an alle, die Interesse an unserer Band zeigen, sich für uns und unsere Musik interessieren, sich auf eines unserer Konzerte verirren. Das ist beim heutigen Überangebot und Überfluss nicht selbstverständlich - wir wissen das sehr zu schätzen. Und bitte besucht unsere Band - und Labelhomepage. Wir sind sehr stolz auf unsere Arbeit und Veröffentlichungen und würden uns freuen, wenn Leute sich die Zeit nehmen und sich über uns und unsere Bands informieren würden.

 
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