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Trivium

Storie von: arne, am 29.09.2003 ]

Einem Tornado gleich zogen TRIVUM über ihren Heimat-Staat Florida und nun ist es an der Zeit auch Europa zu verwüsten. Mitte Oktober erscheint über Lifeforce Records mit "Ember To Inferno" das Debüt-Album dieser jungen Band, die sich so unglaublich progressiv und abgeklärt präsentiert. Der brutale Mix aus traditionellem amerikanischem Thrash und Death Metal wird um eine Prise MetalCore erweitert und in ein klar europäisch klingendes Gesamtbild geführt.

 
TRIVIUM’s Mitglieder sind zwischen 17 und 21 Jahre alt; der Sound damit unweigerlich verspielt, ungestüm und knallig. Gepaart mit hohem handwerklichem Anspruch und einem guten Gespür für dynamische, abwechslungsreiche Metal-Songs werden TRIVIUM schon bald zu den ganz Großen im eigenen Genre zählen. Sie sind zu dieser modernen Generation heranwachsender Metal-Bands zu rechnen, die das Erbe alter Helden und modernere Sounds zusammenführen. TRIVIUM sind eine heavige Metal- Band zwischen In Flames, Shadows Fall, Killswitch Engage und älteren Metallica, Megadeth und Testament.

Sänger und Gitarrist Matt Heafy stand mir bereitwillig Rede und Antwort und sollte mir zunächst kurz den Werdegang und die Motivation der Band umreißen: „TRIVIUM wurde 2000 von Travis (Drums) mit völlig anderem Line-Up ins Leben gerufen. Ich kam ziemlich schnell als Gitarrist hinzu und wir experimentierten mit verschiedenen Musikern, bis sich schließlich eine feste Besetzung fand und ich auch den Gesang übernommen habe. Der Wunsch zusammen in einer Band zu sein, Shows zu spielen und neue Leute zu treffen, schweißt uns zusammen. Unseren Stil haben wir schnell gefunden und dieser entwickelt sich stetig. Wir versuchen immer besser als die Konkurrenz zu sein, härter und besser zu werden. TRIVIUM ist unser Leben; es ist alles, woran wir in der Schule, im Job und zu Hause denken. Der Name selbst hat verschiedene Definitionen, steht für uns aber in erster Linie für die Konvergenz von MetalCore/Hardcore, Melodic Death Metal und Thrash Metal.“

Eben diese drei Spielarten werden von der, inzwischen zu einem Quartett erweiterten, Band zwanglos wie überzeugend zusammengeführt. Dieser Cocktail steht dem der populären New England- Größen wie Shadows Fall oder Killswitch Engage in Nichts nach und es finden sich viele Parallelen. Dennoch schaffen es TRIVIUM sich mit einem eigenen Sound zu positionieren. In der kurzen Zeit ihres Bestehens hat das junge Outfit dabei eine beeindruckende Entwicklung vorgelegt. Waren auf dem Demo noch etliche Metallica- Anleihen zu hören, kommen diese auf dem Vollzeit-Debüt seltener zum Tragen: „In unseren frühen Tagen waren wir überdeutlich von Metallica, Pantera, Megadeth, Slayer und Testament beeinflusst. Wir klangen wie eine Mischung dieser Bands. Seither haben wir uns sowohl als Individuen wie auch als Band ungemein weiter entwickelt. Heute machen wir unser eigenes Ding und wissen genau, was wir wollen.“

Fast spielend scheint es dem Quartett zu gelingen sich von den anderen Mitbewerbern


abzugrenzen: „Vor allem sind es wohl unsere vielfältigen Einflüsse und unsere diverse Ausrichtung, die TRIVIUM von anderen Bands abhebt. Wir führen drei Stile zusammen und ergänzen sie um stilistische Feinheiten. Damit fallen wir in keine bestimmte Kategorie. Vor allem für die Fans ist das spannend, denn wir haben sowohl eingängige Chöre, schreien aber auch gehörig, gehen von Breakdowns bis hin zu Thrash Parts, sind hier hoch-komplex - dort eher simpel strukturiert und arbeiten sowohl viele Melodien als auch etliche Solos ein.“

Das Soundbild ist jederzeit ansprechend frisch, zumeist temporeich gestaltet und einfach schön metallisch. Gesangstechnisch gibt es den überzeugenden Wechsel aus tiefen Growls und cleanen, gesungenen Parts. Das kommt gut und rundet den spritzigen Cocktail ab. TRIVIUM wissen um die eigenen Vorzüge und geben selbstbewusst große Ziele vor: „Wir wollen weiter aus der Masse ausbrechen und unsere Möglichkeiten nutzen. Ich möchte zusätzliche Brücken zwischen den verschiedenen Szenen schlagen, denn die unnötigen Spannungen machen das Leben grundlos schwer. Natürlich könnte es schlimmer sein, aber noch immer mögen sich Metal- und Hardcore-Kids gegenseitig nicht und das verstehe ich nicht. Die Mauern müssen eingerissen werden, denn oftmals mögen beide Lager die gleichen Bands. Stereotype und dumme Kategorisierungen bringen uns nicht weiter.“

TRIVIUM ist ein Gesamtkonzept, dass ernst genommen werden will und das auch etwas zu sagen hat. Die eigene Einstellung teilt Matt dabei mit vielen Hardcore-Bands und bewusst verfasst er Texte, die hinterfragt werden wollen: „Alle Menschen sind verschieden und gerade diese Unterschiede lassen die Welt zu etwas Einzigartigem werden. Die Leute müssen erkennen, dass sie tun können, was immer sie wollen. Sie sollen versuchen, sich ihre Träume zu erfüllen und glücklich zu werden. Wer sich ausschließlich nach dem Bild der Medien richtet und ihrem Verständnis dessen, was richtig oder falsch ist, kann kein erfülltes Leben führen. Man muss sich dem widersetzen und nicht dem vorgezeichneten Weg folgen.“

Es ist auch kein Zufall, dass er auf dem Foto im Booklet ein Converge-Shirt trägt: „Ich bin ein großer Fan von Converge und unterstütze die Hardcore-Szene nach Leibeskräften. Hardcore ist einer der Pfeiler unserer Musik und die Szene ist uns wichtig. Ich hoffe, uns da weiter etablieren zu können. Unsere Freunde von Dew Scented betiteln uns immer als Melodic Death MetalCore.“ ...und das passt wirklich!

 
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