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Guilt Trip

Storie von: arne, am 03.11.2019 ]

Das Vollzeit-Debüt von GUILT TRIP erscheint später als erhofft. Dafür ist „River Of Lies“ ein arg heftiges, angepisstes Album geworden. Die 2015 gegründete Band aus Manchester spielt metallischen Hardcore im besten Verständnis und teilt rigoros aus.

 
„Auf dem Weg zu dieser Platte haben wir viele Höhen und Tiefen erlebt“, erzählt Gitarrist Jak Maden. „Die Entscheidung, das Material umzuschreiben und ein zweites Mal aufzunehmen, war zum damaligen Punkt die beste und einzig praktikable Option. Das Album war eigentlich fertig, doch in unseren Augen einfach nicht gut genug. Auf lange Sicht werden wir davon profitieren, dass wir unsere Fehler erkannt haben und dem Anspruch gefolgt sind, etwas abzuliefern, das sich lohnt und gut anfühlt. Seit der Veröffentlichung von „Unrelenting Force“ sind fast drei Jahre vergangen. Uns scheint es sogar, als hätten wir seither zehn Alben geschrieben. Die Änderungen beim zweiten Durchlauf zu „River Of Lies“ waren drastisch. Bei dem, was nun erscheint, ist fast alles anders, vor allem aber die Intensität.“

Einschneidenden personellen Wechseln zum Trotz entwickeln GUILT TRIP ihren Trademark-Sound auf dem Debüt weiter: „Es freut mich, zu hören, dass wir etwas erschaffen haben, dass wiedererkennbar ist“, nimmt Jak das Kompliment an. „Für das Album haben wir uns bewusst auf eine heftige, brutale Marschoute festgelegt, obwohl sich das ohnehin von selbst eingestellt hat. Die Aufnahme von Tom (Schlagzeug) und Nick (Gitarre) in die Band beeinflusst das Album merklich und zwar positiv. Tom wollte schon immer Mitglied einer Heavy-Band sein und hat seine Ideen bereitwillig eingebracht.“ Die eigenen Ansprüche verlieren GUILT TRIP niemals aus den Augen: „Unser ursprüngliches Ziel war es, einfach eine Platte umzusetzen, auf die wir stolz sein können“, so der Gitarrist. „Es war uns bewusst, dass wir irgendwann Dinge hören, die wir gerne ändern würden. Doch eine eigene 12Inch mit unserer Musik in den Händen zu halten, ist etwas, worauf wir noch lange stolz sein werden. Als „River Of Lies“ fertig war, legten wir als neues Ziel direkt fest, als nächstes ein noch besseres Album zu schreiben. Daran arbeiten wir nun.“ Der Band-interne Qualitätstest fällt nach diesen Worten fast erwartungsgemäß aus:

„Wann immer ich ein Lied fertiggestellt habe und es höre, frage ich mich, ob es nach GUILT TRIP klingt oder nicht“, erzählt Jak. „So einfach ist es. Auf dieser Platte haben wir auf so viel Variabilität wie möglich gesetzt mit 2 Step-Parts, Beatdowns und Sing-a-longs. Das ist es, worum es uns bei GUILT TRIP geht. Manchmal treffen wir unsere Ansprüche noch nicht passgenau, doch das ist die Lernkurve, die wir nehmen müssen. Schließlich ist es unsere erste LP.“ Stimmungsseitig lässt der Vollzeit-Einstand keine Wünsche offen: „Die Songs spiegeln die negative Energie wider, die wir derzeit in der Welt sehen“, erklärt der Gitarrist. „Wir werden jeden Tag belogen, ob


nun von Freunden oder der Politik. Der Bullshit ist allgegenwärtig. „River Of Lies“ erzählt verschiedene Geschichten des Verrats. Das Album basiert aber nicht nur auf einem Thema, sondern berührt auch andere Dinge wie die psychische Gesundheit. Ich stimme in jedem Fall zu, dass es gewalttätiger als „Unrelenting Force“ ausfällt, und bin froh, dass man es bemerkt.“

Das Debüt klingt fokussiert und ist diesbezüglich das Ergebnis der durchlebten Erfahrungen der Band aus Manchester: „GUILT TRIP haben angefangen, als ich noch am College gewesen bin“, erinnert Jak. „Zunächst haben wir unseren Sound gesucht und verschiedene Dinge ausprobiert, bis es click gemacht hat. Zusätzlich hat es einige Mitgliederwechsel gegeben, durch die sich unser Songwriting verändert hat. Vor einem Computer-Bildschirm sind wir produktiver als im Übungsraum. Inzwischen wissen wir das. Die Songs immer und immer wieder hören zu können und weiter zu entwickeln, hat Vorteile. Unser Verhältnis zur Musik hat sich bis heute drastisch verändert. Von ein paar Jungs, die am College planlos herumgespielt haben, sind wir zu einer Band gereift, die ihre Musik ernst nimmt und auf einem Label gesignt ist. Darauf haben wir gehofft, doch erwartet haben wir es nicht. Das macht es umso aufregender. GUILT TRIP spiegelt die Mischung meiner Einflüsse wider. Die Riffs sind eher metallisch als punkig inspiriert. Dazu gesellt sich ein punkiger oder früher Metal-Gesangsstil. Die Vocals sind so konzipiert, dass sie eingängig und intensiv und nicht nur aggressiv ausfallen. Ich bin mir nicht sicher, wie andere Leute den Sound von GUILT TRIP wahrnehmen. Doch ich hoffe, sie erkennen „River Of Lies“ sofort als eine unserer Veröffentlichungen. Die Live-Shows bestätigen uns ziemlich genau, dass wir verstanden werden. Die Mischung aus Moshing und Stage Diving, die wir erleben, ist exakt das, worauf wir aus sind.“

Die Engländer wollen mit der eigenen Band das umsetzen, was sie auch bei anderen schätzen: „Normalerweise suche ich nach Intensität“, stellt Jak klar. „Etwas, das noch heftiger ist als das letzte Beste, das mich davor beeindruckt hat; das noch mehr Riffs oder einen noch aggressiveren Gesang aufweist. Ein Album, das kürzlich erschienen ist und mich tief beeindruckt, ist „Broken In Refraction“ von Sanction. Es ist einfach unerbittlich, kurz und kommt direkt auf den Punkt. Wer auf frühen MetalCore steht, sollte es unbedingt hören. Knocked Loose und Chamber (US) haben ebenfalls neue Alben angekündigt, die bald erscheinen werden und die ich kaum erwarten kann.“ Den Vollzeit-Einstand von GUILT TRIP, „River Of Lies“, kann man getrost in die Reihe der genannten Alben stellen.

 
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