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It Came From Beneath

Storie von: arne, am 23.12.2018 ]

Die Franzosen betreiben auf ihrem ersten Album extreme Frustverarbeitung. IT CAME FROM BENEATH gehen auf „Clair Obscur“ mit einem technisch adressierten Deathcore an den Start, der durchgängig drückt und allein brutal wirkt.

 
„Wir streben es definitiv an, einen gewalttätigen Sound zu erschaffen“, bestätigt Frontmann Léo Muller die Vermutung. „Gelegentlich sind wir sogar schon beschuldigt worden, es damit zu übertreiben. Für mich ist diese Mischung aus Wut, Frustration und Chaos aber genau das, was ich tun will.“ Gitarrist Lorenzo Di Biase sieht das ebenso: „Ich stimme zu, dass unsere Musik einen dramatischen und apokalyptischen Touch aufweist. Schon, als ich noch nicht Teil der Band war, ist mir dieser Stil als sehr speziell und eigen aufgefallen. Besonders für den Deathcore, der heute zumeist nicht mehr so originell angelegt ist.“

Für Léo liegen die Vorteile des Debüts auf der Hand: „„Clair Obscur“ transportiert unser bis dato düsterstes Material. Der Übergang von einem Release zum nächsten klappt aus meiner Sicht reibungslos. Deshalb habe ich keine Angst davor, dass alte Fans das Album nicht mögen könnten. Ausgehend von „The Last Sun“ sind wir den nächsten Schritt gegangen. Wir haben hart daran gearbeitet, die Dynamik unserer Musik zu erhöhen, indem wir stärker auf Atmosphäre, Samples oder Leads abstellen. All diese Details verleihen den Songs einen neuen Klang. Sie bleiben aber etwas komplexer angelegt, denn die DNA von IT CAME FROM BENEATH ist unverändert.“

Die Gruppe aus Lyon wählt im Zweifel lieber einen aggressiven, vertrackten Ansatz, anstatt die Härte ihres Spiels zu relativieren: „Auch wenn es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, möchte ich darauf verweisen, dass unsere Musik von negativen Emotionen oder Ereignissen beeinflusst ist“, entgegnet Frontmann Léo. „Weder gibt es eine höhere Bedeutungsebene noch einen tieferen Sinn. Unsere Songs sind vor allem der Ausdruck von Wut, Traurigkeit und Pessimismus.“ Gitarrist Lorenzo verweist indes auf die kompositorische Breite des Albums:

„Meiner Meinung nach


gelingt es uns, technische Songs zu schreiben, ohne die Stimmung und Gefühle zu vergessen. Das ist etwas, was wir auf „Clair Obscur“ erreicht haben, auch wenn es offensichtlich ist, dass wir komplexe Strukturen mögen. Wir sind mit Bands wie August Burns Red aufgewachsen, die viele Riffs und Ideen in ihre Songs packen. Das ist sicherlich etwas, dass man auch in unseren Songs findet. Persönlich schätze ich die technischen Aspekte sehr. Doch wenn wir dafür die Atmosphäre und Gefühle der Songs opfern, haben wir irgendwo versagt.“ Interessant ist, welche Eindrücke Gitarrist Lorenzo im Zuge der Kreativarbeit durchlebt: „Während des Songwritings wechselt meine Stimme zwischen „das ist toll“ und „das ist das Schlimmste, was ich je geschrieben habe“.

Oftmals muss ich den Raum verlassen, um mir darüber klar zu werden, wohin mich meine Ideen führen und ob sie kohärent sind. Hier kommt auch den anderen in der Band eine wichtige Rolle zu. Sie können und sollen mir Ratschläge geben und Ideen äußern. Das führt mich mitunter zu etwas, woran ich nie gedacht hätte. Als Konsequenz wechsle ich dann von „Das ist scheiße“ zu „Oh, wir haben etwas wirklich Interessantes geschaffen“. Vorab hatte ich kein klares Bild davon, wie „Clair Obscur“ werden sollte. Jetzt, wo ich es höre, kann ich sagen, dass ich sehr zufrieden damit bin, wie es klingt und sich anfühlt.“

Musik und Texte bilden bei IT CAME FROM BENEATH dabei eine Einheit: „Es handelt sich um eine persönliche Platte“, so Lorenzo. „Auch wenn wir in den Songs nicht direkt über unsere Leben sprechen, besteht dennoch ein enger Zusammenhang zu eigenen Erfahrungen. Das Album mag zutiefst pessimistisch sein, doch es ist auch real und aufrichtig.“ Der heftige Deathcore der Debütanten rüttelt auf und durcheinander. Damit haben die Musiker aus Lyon ihr Ziel erreicht.

 
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