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The Arcane Order

Storie von: arne, am 22.09.2015 ]

Unverhofft kommt oft. Sieben Jahren währte die Kreativpause der Dänen. Nun melden sich THE ARCANE ORDER mit ihrem Drittwerk „Cult Of None“ eindrucksvoll zurück. Im Feld zwischen Death und Thrash-Metal ist mit dem Quintett wieder zu rechnen.

 
„Wir wissen nicht genau, was wir erwarten sollen und wie die Leute unsere Rückkehr aufnehmen werden,“ zeigt sich Mastermind und Gitarrist Flemming C. Lund im Gespräch zurückhaltend. „Wenn man als Band so lange von der Bildfläche verschwunden war, kann man nichts für selbstverständlich nehmen. Wir sind jedenfalls bereit, wieder Teil der Szene zu werden. Alles andere wird sich finden. Die ganze Zeit über haben sich Leute gemeldet und erkundigt, ob und wann es weiter geht. Das hat nie abgerissen, so dass wir zuversichtlich sind, dass wir an unsere alten Erfolge anknüpfen können. Heutzutage ein Album zu veröffentlichen, ist aber schon etwas völlig anderes. Natürlich hat es das Internet schon 2008 gegeben, doch facebook war damals noch kein Thema – allenfalls myspace. Ein soziales Netzwerk müssen wir noch aufbauen bzw. wir sind schon seit letztem Jahr damit beschäftigt. Der direkte Kontakt mit unseren Hörern ist uns wichtig und bietet viele Möglichkeiten wie etwa die modernen Streaming-Angebote.“

Von einem richtigen Neustart will der Band-Kopf übrigens nicht sprechen: „Wir befinden uns in der komfortablen Situation, dass wir die Gruppe wiederbelebt haben, weil wir es wollen, nicht weil wir es müssen. Es geht uns nicht darum, Geld zu verdienen. Unseren Lebensunterhalt bestreiten wir mit normalen Jobs. Worauf wir hoffen, ist es, dass sich einige Leute an uns erinnern und sich andere neu für uns interessieren. Viele Hörer werden uns als Newcomer wahrnehmen, was von Vorteil ist. Schließlich bringen wir die Erfahrung von zwei Alben und etlichen Touren mit und wissen, worauf wir uns einlassen. In den letzten sieben Jahren ist aber eine neue Hörer-Generation zum Metal gestoßen, die uns noch nicht kennt. 15- oder 16-jährige Metal-Kids dürften mit THE ARCANE ORDER nichts verbinden. Die älteren Semester erinnern sich vielleicht. Als damals unser Debüt erscheinen ist, haben etliche Journalisten geschrieben, wir wären unserer Zeit voraus. Vielleicht ist das Timing dieses Mal ja besser.“

Das ist der so furios aufspielenden Band nur zu wünschen. Aus seiner Kreativpause meldet sich das Quintett vital und spannungsgeladen zurück. Auf die Hintergründe der zwischenzeitlichen Auszeit angesprochen gibt Flemming zu Protokoll: „Damals spielten zwei Dinge zusammen, die ungeplant in der Pause gemündet sind. Zum einen ist unser Vertrag mit Metal Blade ausgelaufen. Es stand niemand mehr hinter uns, der uns angetrieben hat. Wir haben schlicht die Zügel schleifen lassen. Zum anderen ist unser Schlagzeuger Morten damals mit Amaranthe durchgestartet, so dass ihm die Zeit für THE ARCANE ORDER fehlte. Heute ist er zwar noch stärker bei ihnen involviert, doch er kann seine Aktivitäten besser managen. Wir wollten damals kurz die Dinge kl


ären. Dass daraus mehrere Jahre geworden sind, hätte ich nicht erwartet. Unserem Neustart gegenüber bin ich zuversichtlich, denn wir kennen die Mechanismen und wissen, was wir wollen. Im Jahr 2000 sind wir zunächst als Projekt gestartet. Die Entwicklung hin zu einer richtigen Band hat Zeit benötigt. Nach meinen Erfahrungen bei Autumn Leaves, wo vier Leute die Songs geschrieben haben und wir immer Kompromisse finden mussten, wollte ich mit THE ARCANE ORDER allein meine Ideen umsetzen, Spaß haben, dafür aber nicht zahlen. Damals ging der Plan auf. Heutzutage hat sich das Umfeld so verändert, dass zwei der drei Dinge immer noch funktionieren, ich Auslagen inzwischen aber auch selbst trage.“

Den Dänen sollte es nicht schwer fallen, mit „Cult Of None“ einen Platz in der aktuellen Metal-Szene zu finden: „Selbst mit Umfeld der Core- und Tech-Bands sehe ich Chancen für uns,“ meint auch der Gitarrist. „Ob die ersten beiden Alben ihrer Zeit voraus gewesen sind, weiß ich nicht. Jetzt scheint aber alles besser zu passen, auch wenn das nicht alle so sehen. Ein Mitarbeiter eines bekannteren Labels hat mir gesagt, dass er, anders als gewöhnlich, unsere Platte mehrfach komplett am Stück gehört hat. Wäre es nach seinem persönlichen Geschmack gegangen, hätte er uns unter Vertrag genommen. Leider sei unser Sound aber gerade nicht angesagt. Ich bin schon gespannt, zu erfahren, wie die Metal-Hörer entscheiden werden, denn ich rechne uns schon Chancen aus. Eines steht aber fest: wir richten uns nicht nach Trends, sondern folgen allein unserem Gefühl.“

Das Material des Drittwerks stammt wiederum ausschließlich von Flemming, der den Sound von THE ARCANE ORDER seit jeher bestimmt und dessen Qualität sichert: „In unserem Fall ist es kein Problem, dass die Songs über einen längeren Zeitraum hinweg entstanden sind. Da ich alle Stücke schreibe, kann ich sicher stellen, dass es einen verbindenden Faktor und ähnliche Stimmungen gibt. Einige Ideen sind im Einzelfall schon etwas älter, doch der überwiegende Teil ist in den letzten ein-zwei Jahren entstanden. Das neue Album repräsentiert uns gut – gerade die neue Variabilität, die wir uns nach unserer Rückkehr erarbeitet haben. Unser Fokus für „Cult Of None“ lag darauf, den schnellen, geradlinigen Stücken auch langsamere, heftige an die Seite zu stellen, um mehr Abwechslung zu erzielen. Dennoch folgen wir einer extremen Agenda, wenn wir in unseren Songs Death mit Black und Thrash Metal verbinden. Was die Einstellung und Herangehensweise anbelangt, sehe ich Parallelen zu Dark Fortress, auch wenn wir unterschiedlich klingen. Die Art und Weise der Verbindung von extremen und epischen Momenten ist aber ähnlich ausgeprägt. Dark Fortress enden letztlich im Black, wir im Death Metal.“

 
 Links:
  thearcaneorder.net
 
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