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The Browning

Storie von: arne, am 18.10.2013 ]

Ohne eine aufgeschlossene Grundhaltung gegenüber Deathcore und MetalCore einerseits sowie Rave, Dubstep und Synthie-Elektronik andererseits kommt man bei THE BROWNING nicht weit. Das Quartett verbindet die genannten Stile zu einem eigenen Electronicore, der aggressiv und tanzfördernd zugleich ausfällt.

 
„Ich rege mich häufig darüber auf und werde bisweilen richtig aggressiv, wenn Leute nur darüber reden, wie schlecht wir sind, ohne dass sie uns wenigstens Respekt dafür zollen, dass wir etwas Neuartiges und Eigenes probieren“, äußert Sänger, Haupt-Songwriter und Chef-Elektroniker Jonny McBee impulsiv: „Doch damit, dass bei THE BROWNING die elektronischen Elemente, eine bedeutende Rolle spielen, haben viele Leute große Probleme, weshalb sie sich nicht mit uns beschäftigen, sondern direkt abgeschreckt sind und Unsinn verbreiten. Das können wir zwar nicht beeinflussen, doch es ärgert mich maßlos. Dabei fallen unsere Songs in unterschiedlichste Genres, so dass es vielen Leuten möglich sein sollte, etwas bei uns zu finden, was ihnen gefällt.“

Die Earache-Kombo um den früheren As Blood Runs Black-Frontmann teilt gehörig aus und fühlt sich im brutal ausgestalteten Core-Bereich pudelwohl. Doch Eingängigkeit und catchy Beats sind die zweite Hälfte der Medaille. Die Songs von „Hypernova“ kommen eruptiv und gewaltig; werden mit Beats und Samples gnadenlos auf die hittige Spitze getrieben:

„Für uns nehme ich in Anspruch, an vorderster Front zu stehen, wenn es um die Weiterentwicklung und Verbindung von Metal und elektronischer Musik geht“, zeigt sich der Band-Kopf selbstbewusst. „Wir überschreiten bestehende Grenzen und suchen neue Kombinationsmöglichkeiten, um einen Sound zu erschaffen, den es vorher noch nicht gegeben hat. Es ist mir auch ein Rätsel, weshalb es nur so wenige Gruppen gibt, die sich daran versuchen, den Elektro im Metal gleichberechtigt zu etablieren. Wir streben danach, die elektronischste Metal-Band zu sein; also die schwergewichtigste Band, die dominant auf elektronische Elemente setzt.“ Der Nachfolger des viel beachteten „Burn This World“ verstärkt die extremen Ausschläge des Debüts, wirkt dabei aber zusammengehöriger und in der Wirkung durchschlagender. THE BROWNING haben ihren Stil punktuell verdichtet, doch natürlich wird auch ein Album wie „Hypernova“ polarisieren:

„Bei uns muss jeder einzelne Part elektronische Akzente besitzen. Damit kann nicht jeder umgehen, doch das ist unsere Basisvereinbarung innerhalb der Band. Das fordert mich heraus, mir verrückte Sachen auszudenken, die mit den Metal-Ideen kompatibel sind. Bislang ist es mir noch immer gelungen, etwas zu erschaffen, das klar und eindeutig nach THE BROWNING klingt und stimmig passt.“ Im aktuellen Wettbewerbsumfeld differenziert sich der Vierer so problemlos, was Jonny McBee zufolge auch daran liegt, dass viele Kollegen zu schnell zufrieden oder motivationslos sind: „Wenn ich die


gegenwärtige Metal-Szene betrachte, fehlt mir bei vielen Musikern der Mut, außerhalb bestehender und allgemeinhin akzeptierter Grenzen zu denken und Risiken auf sich zu nehmen. Dem Gros der Bands reicht es, die Ideen und den Sound anderer Generationen zu überarbeiten und zu versuchen, deren Erfolg zu imitieren. Uns genügt das nicht, denn es ist doch gerade spannend, sich kreativ auszuleben und sich an Kombinationen zu versuchen, die es noch nicht gegeben hat.“ Das skizzierte Problem verschärft sich, wenn zudem noch die Einstellung nicht stimmt:

„Im Musik-Geschäft habe ich früh erfahren, dass viele Leute nicht hinter dem stehen, was sie machen, oder sie ihre Bands betreiben, weil es ihr Job ist. In meinen Augen ist das die falsche Motivation. Bei uns stehen Leidenschaft und Integrität an erster Stelle. Damit beschäftigt sich etwa der Song ,Industry‘. Es sollte nicht um Sex, Drogen und Kohle, sondern um Respekt, Loyalität und Kreativität gehen.“ Wut und zukunftsgerichtetes Arbeiten kommen bei THE BROWNING in einem spannenden Mischungsverhältnis zusammen. „Hypernova“ ist ein selbstbewusstes und mutiges Plädoyer für den Electronicore im Speziellen und generell für die Potenziale künstlerischer Selbstverwirklichung. „Natürlich sind wir noch gewissen Grenzen unterworfen, und wir können nicht immer das umsetzen, was wir uns vorstellen“, so der Frontmann. „Doch dann proben und versuchen wir es so lange, bis wir eine Lösung finden, die uns gefällt. Den Sound von THE BROWNING wollen wir schließlich immer weiter entwickeln, also können wir uns nicht einfach fortwährend wiederholen. Das wäre doch langweilig. Unsere Crossover-Anlange bietet uns alle Freiheiten und wir sind gewillt, diese zu nutzen. Wir gehen in unseren Songs auf und wollen nichts anderes machen. Diese Authentizität hört und spürt man, und anders ginge es auch gar nicht. Man kann sich schließlich keine Schwächen leisten, wenn man Neuland betritt und den Leuten ohnehin schon viel abfordert.“

Zweifel an der Qualität der eigenen Arbeit sind den Amerikanern fremd, stattdessen vertrauen sie auf die Güte ihrer Songs, die sie immer zuerst selbst ausgiebig auf Herz und Nieren testen: „Bezüglich „Hypernova“ bin ich natürlich befangen, doch ich bin auch unser größter Fan und Kritiker in einer Person. Wir stellen immer alles kritisch auf den Prüfstand und veröffentlichen Stücke nur dann, wenn wir von ihnen wirklich überzeugt sind. Manchmal lassen wir uns beim Hören derart mitreißen, dass wir vergessen, dass wir die Songs selbst geschrieben haben. Das ist immer ein sehr gutes Zeichen, und das passiert uns oft.“

 
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