Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1762

Trioscapes

Storie von: arne, am 01.05.2012 ]

Bereits das Cover von „Seperate Realities“ zeigt, welche Instrumente im Sound von TRIOSCAPES miteinander interagieren. Das sind Schlagzeug, Bass und Saxophon. Zusätzlich erklingen eine Flöte und der eine oder andere elektronische Akzent. Das debütierende Trio agiert rein instrumental und ist im Sommer 2011 eher zufällig und eigentlich nur für eine einzige Show zusammen gekommen.

 
„Wir haben uns nie bewusst dafür entschieden, eine instrumentale Band zu sein“, erzählt Bassist Dan Briggs (auch Between The Buried And Me). „Alles hat damit begonnen, dass wir anfingen, ,Celestial Terrestrial Commuters‘ vom Mahavishnu Orchestra (gilt als eine der bedeutendsten Jazz-Rock-/Fusion-Bands der 1970er Jahre) für einen Auftritt einzustudieren. Das ist ein instrumentaler Song, und niemand von uns fühlt sich zum Singen berufen. Es war also eher ein stillschweigendes Übereinkommen, zumal es für uns im Fokus steht, uns im Songwriting möglichst stark zu fordern, um beeindruckende Musik zu erschaffen. Von unseren Songs werden wir auch so schon geistig und physisch maximal gefordert. Es sind die verrücktesten Sachen, die ich bislang gespielt habe. Aber es macht sehr viel Spaß!“

Am gemeinsamen Improvisieren haben die drei Musiker so viel Gefallen gefunden, dass nun ein erster Longplayer erscheint. Darauf gibt es Jazz, Fusion, Progressive und Psychedelic Rock in tollkühnen, spannenden Kompositionen. „Seperate Realities“ weist zudem einen spontanen, freigeistigen Charakter auf: „Bei TRIOSCAPES geht es einzig und allein darum, zu experimentieren und musikalische Grenzen zu überwinden,“ äußert sich Dan über den Ansatz der Band.

„In unserer Konstellation von drei Leuten haben wir alle Freiheiten, wirklich kreativ zu sein und immer wieder neue Wege zu gehen. In dieser Hinsicht sehe ich große Parallelen zu dem, was beispielweise Gentle Giant getan haben. Diese wilden Multi-Instrumentalisten haben sich praktisch mit jedem Stück neu erfunden und sich immer wieder anders präsentiert. Von ihren abgefahrenen Live-Shows ganz zu schweigen, die selbst die Art und Weise, wie die Songs auf der Platte wirkten, noch in den Schatten stellten. Wir fühlen uns vielen der Bands der 70er Jahre verbunden und sehen uns in deren Tradition. Meiner Meinung nach sind die 70er das goldene Zeitalter vorwärts denkender Musik gewesen.


Damals wurde die Messlatte gesetzt, an der sich noch heute jede Platte messen lassen muss. Die Alben von Red, No Mystery, The Grand Wazoo, Bird of Fire etc. sind die ersten ihrer Art gewesen. Deshalb wirken sie noch immer so inspirierend und stark.“

TRIOSCAPES wollen mit ihren Songs Vergleichbares erreichen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich der Umgang mit dem Debüt der Gruppe leicht und reibungsfrei gestaltet. Abgefahrene Ideen und Spielereien, Doppeldeutigkeiten und eine gewisse Schrulligkeit formen spannende Tracks, die man sich erarbeiten muss, und die zu keiner Zeit Easy Listening darstellen:

„Es gibt Leute, die weder Jazz noch klassische Musik hören wollen. Für sie sind wir nichts, das ist klar“, weiß der Bassist. „Man sollte eine Band aber nicht aufgrund ihres Stils ablehnen oder deshalb, weil in ihren Reihen kein Sänger steht. Auf dem College habe ich Musik studiert, das hat mich geprägt. Mein Instrument war der Kontrabass. Unabhängig davon bin ich von instrumentaler Musik gefesselt und mit ihr beschäftigt, solange ich denken kann. Jeder hört Musik anders. Ich selbst achte von Beginn an auf das Spiel der Instrumente und interessiere mich ausschließlich dafür. Insofern ist TRIOSCAPES genau die richtige Art von Band für mich, denn zentral steht die Energie. Das sieht man insbesondere auf unseren Konzerten. Walter (Saxophone) und ich stehen uns gegenüber, während sich Matt (Drums) im Hintergrund abrackert. Was wir tun, ist, intensiv zu wüten und uns von der Energie und Leidenschaft der anderen anstacheln zu lassen. Daraus resultiert eine enorme Intensität, die jeder Besucher spüren kann. Das spiegelt das Album wider. Neben unserer Vorliebe für Fusion und Progressive-Rock hört man zudem eine dunklere, tiefere Seite. Diese lässt sich nicht verheimlichen und findet ihre Ursprünge in meinen Hardcore-Wurzeln und der punkigen Vergangenheit von Walter. Auch deshalb denke ich, dass viele Leute einen Zugang zu uns finden können.“

 
 Links:
  facebook.com/trioscapes
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Clint Lowery
  Hollywood Undead
  Lorna Shore
  Oceans
  Suicide Silence

Interviews/Stories:

  The Menzingers
  Kublai Khan
  Agnostic Front

Shows:

  09.12. Deserted Fear - Bochum
  09.12. At The Gates - Bochum
  09.12. Royal Republic - Wiesbaden
  09.12. Nifelheim - Bochum
  10.12. At The Gates - Berlin