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Trigger The Bloodshed

Storie von: arne, am 11.06.2010 ]

BANG YOUR FUCKING HEAD. Das britische Death Metal-Outfit TRIGGER THE BLOODSHED fordert mit den Songs seines neuen Albums „Degenerate“ dazu auf, die Köpfe bis zur Besinnungslosigkeit kreisen zu lassen.

 
Rekapituliert man die bisherige Entwicklung des Quintetts, gilt es fest zu halten, dass die Musiker ausgehend von modern-extremer Deathcore-meets-Grindcore-Kost schnell in „geordnete“ Brutalo-Death-Bahnen gefunden haben. Mit ihrem Drittwerk erlangt die Band eine zuvor nicht gegebene Relevanz, indem sie einen kompakten Acht-Tracker vorlegt, der auf wütende Durchschlagskraft und prägnante Stringenz setzt. Die Gruppe aus Bath agiert in der Tradition von Größen wie SUFFOCATION, CANNIBAL CORPSE und DYING FETUS und verbindet deren old schoolige Anlage mit der modernen, rücksichtslosen Attitüde von THE BLACK DAHLIA MURDER und ANNOTATIONS OF AN AUTOPSY.

„Was ich auch jenseits unserer Band suche und für ausgesprochen wichtig erachte, sind Dynamik und Abwechslung,“ formuliert Shouter Jonny Burgan seinen Anspruch an gut inszenierte Musik. „Egal, um welchen Stil es sich handelt, ohne Dynamik und Abwechslung geht es einfach nicht. Natürlich braucht man starke Passagen und Ideen, doch die bilden nur die Grundlage. Anschließend muss man sie interessant und in einem ausgewogenen Verhältnis miteinander kombieren. Das ist nicht minder herausfordernd. „Degenerate“ setzt sich aus ernsthaften, fokussierten Hooklines, Grooves und Leads zusammen, die erst in ihrem Zusammenspiel den rabiaten, angriffslustigen Death Metal formen, für den wir stehen. Meinem Verständnis nach fallen wir in keine der gängigen Sub-Kategorien und ich sehe uns außerhalb des Technik-Wettbewerbs. Keines unserer Stücke ist Technik zum Selbstzweck. Ebenso wenig bemühen wir sinnfreie Beatdown-Parts oder setzen auf Überlänge oder progressive Momente, um irgendeinen Anspruch vorzugaukeln. Privat sind wir durchaus Fans extremer Spielarten wie Tech-Death, Deathcore oder Math-Metal. Auf unser Songwriting schlägt das jedoch nicht durch. Innerhalb unseres Soundspektrums, legen wir uns nicht auf spezifische Nischen fest, sondern bleiben allgemein-brutal. Das ist die Ausrichtung, mit der wir uns wohl fühlen. Ein Stück ist für uns immer erst dann gelungen, wenn beim Spielen im Proberaum jeder von uns mit dem Kopf mitbangt und beginnt, die Refrains mitzusingen. Das hat sich als guter Prüfstein für die Qualität erwiesen.“

Der größte Vorzug von „Degenerate“ ist es, dass TRIGGER THE BLOODSHED neben den Extrem-Attacken und den Tempo-Exzessen vermehrt auf rabiate Grooves setzen, die kurzzeitig durchatmen lassen und die Hörbar- und Nachvollziehbarkeit des Materials steigern: „Wir haben uns ganz bewusst auf das Riffing und die Grooves konzentriert und lange am Gesamtsound gewerkelt,“ bestätigt Jonny. „Rob und Dave (Gitarre und Bass) kamen mit krassen Ideen aus dem Songwriting, die unser neuer Schlagzeuger Dan direkt aufgegriffen und mit etwas mehr Struktur und Groove versehen hat. Damit war eine glänzende Basis geschaffen, mit der wir weiter gearbeitet haben.


Im Proberaum experimentierten wir mit abgedrehten Einfällen und haben Schritt für Schritt das Material für das Album fertig gestellt. Es ist uns sogar gelungen, einen Song komplett ohne Blastbeats zu schreiben! Als Band unseres Stils muss man schon ein wenig verrückt sein, um so etwas zu versuchen und auch wirklich umzusetzen. Das Bestreben, neue Wege zu gehen und immer wieder etwas zu verändern, um als Songwriter und Musiker zu wachsen, zeichnet uns aus. Nur auf diesem Weg kann man sich verbessern.“

Im Falle von TRIGGER THE BLOODSHED betrifft der Reifeprozess und kreative Findungsreichtum nicht allein das Spektrum der normalen Bandarbeit. Die Briten zeigen sich auch bestrebt, in anderen Bereichen Verantwortung zu übernehmen und ihre Geschicke selbst zu bestimmen: „Auch wenn man es vielleicht nicht glauben kann, es stimmt. Wir haben die Gitarren und den Bass tatsächlich zu Hause aufgenommen und sind lediglich für das Schlagzeug und den Gesang ins Studio. Das war schon bei „The Great Depression“ so. Wenn man weiß, was man will und wie man das Ergebnis, das einem vorschwebt, erreichen kann, gibt es nichts Besseres als eine Eigenproduktion. So hat man die Möglichkeit, das Tempo selbst vorzugeben und so lange zu optimieren, bis man zufrieden ist. Wir haben uns mit dieser Arbeitsweise längst angefreundet und werden sie nicht mehr verändern. Zukünftig wollen wir auch die übrigen Produktionsschritte in unsere Hände nehmen, sobald wir uns dazu bereit fühlen. Wenn man das nötige Selbstbewusstsein mitbringt und auch die notwendige Ausrüstung hat, kann man das auch selbst machen. Dieses Mal haben wir für den Mix allerdings noch einmal auf Jacob Hansen vertraut.“

…und der ist wiederum eine Wucht, wird dem Bandnamen allemal gerecht. Der britische Fünfer punktet auf „Degenerate“ mit einem brachialen, gut strukturierten Death Metal-Sound, der Technik, Frontalangriff und Headbang-Potenzial ausgewogen miteinander kombiniert. Dem Shouter zufolge korrespondiert das mit der Zielsetzung der Musiker: „In der Tschechischen Republik habe ich mir auf Tour einmal meinen Kopf richtig übel aufgeschlagen, als ich auf der Bühne wie wild und völlig berauscht headbangte. An diesem Abend habe ich eine Menge Blut verloren und es anfangs nicht einmal bemerkt. Headbanging bis zur totalen Erschöpfung ist mit unserer Einstellung zu TRIGGER THE BLOODSHED gut zusammen zu bringen. Wir sind erst dann zufrieden, wenn die Leute auf den Konzerten wie wild ihre Köpfe schütteln und alles um sich herum vergessen. Für jede Chance, die es uns ermöglicht, diesem Ziel näher zu kommen und Leute zu bewegen, sind wir dankbar.“

Jonny Burgan ist hart im Nehmen und ein ausgewiesener Metalhead. Jede/r, die/der das von sich selbst auch behauptet, ist ein potenzieller Hörer der Briten und sollte schon einmal seine Nackenmuskeln trainieren.

 
 Links:
  myspace.com/triggerthebloodshed
 
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